Besonders schöne Hotels in Griechenland
Von Klaus Bötig | 11.März 2010
Die deutschen Reiseveranstalter haben überwiegend Massenware in ihren Programmen. Darunter sind durchaus Hotels, die nach internationalen Maßstäben mit „Gut“ oder „Sehr gut“ bewertet werden können. Aber es sind eben Häuser, in denen europäische Pauschalurlauber den Großteil der Gäste stellen. Davon sind leider auch die exzellenten Objekte der deutsch-griechischen Kette Grecotel oder der Aldemar Hotels nicht ausgenommen.
Wer individuellere Angebote sucht, die in Deutschland kaum oder gar nicht vermarktet werden, findet im Web zwei sehr hilfreiche Adressen aus Griechenland.
Drei junge Damen haben in Glifáda bei Athen das Unternehmen „Guest Inn“ gegründet. Die Griechin Peggy Balitsári, die Schweizerin Denise Jenelten und die Französin Lise Rapin reisen im ganzen Land herum, suchen Pensionen und kleine Hotels in überwiegend ländlichen Regionen, die zu ihrem Marketing-Konzept passen. Was sie wollen, sind von den Inhabern engagiert geführte Häuser abseits des Massentourismus, wo der Wirt auch noch das Gespräch mit seinen Gästen sucht. Am liebsten sind ihnen Partner, die mit ihren Gästen auch einiges unternehmen: Wanderungen oder Geländewagentouren zum Beispiel, gemeinsame Grillfeste, Ausritte, Touren in die Dörfer der Umgebung. Guest Inn ist der internationalen Marketing-Gruppe „European Federation of Farm and Village Tourism/Eurogites“ angeschlossen, der auch „Urlaub am Bauernhof“ in Österreich und „Ferien auf dem Bauernhof“ in der Schweiz angehören. Preislich liegen die Angebote in Griechenland in der unteren und mittleren Kategorie. Besonders schön sind die restaurierten Dorfhäuser im kretischen Dorf Vámos zwischen Georgioupoli und Chania. Sie gehören einer von jungen Kretern gegründeten Gesellschaft, die im Dorf auch eine erstklassige Taverne, ein Art Café, eine traditionelle Gemischtwarenhandlung und eine Pension in einem über 100 Jahre alten Lehrerbildungsinstitut betreiben.
Barbara Avdis hat mit ihrem jungen Unternehmen „Yades Heritage & Hospitality“ eine etwas andere Zielgruppe im Visier. Die junge Frau aus einer sehr angesehenen kretischen Hoteliersfamilie nutzt ihre exzellenten Kontakte in die feine griechische Gesellschaft, um erstklassige Privathotels in ihr Netzwerk zu integrieren, die nahezu alle in historischen Gebäuden angesiedelt sind. Das im nordgriechischen Kavala zum Beispiel ist in einer großen ehemaligen Koranschule angesidelt, die noch immer einer religiösen ägyptischen Stiftung gehört.e Besonders erlesene Objekte sind auch die ehemalige Schwammfabrik Bratsera auf der Insel Hydra, das Hotel Bristol im ehemaligen Hauptpostamt von Thessaloniki oder das Argentikon auf der Insel Chios, ein genuesischer Landsitz aus dem 14. Jahrhundert. In einigen wenigen Häusern gibt es Zimmer schon ab 100-200 Euro; die Preise reichen bis 2500 Euro/Nacht hinauf.
Der deutsche Reiseveranstalter mit dem besten und größten Griechenland-Programm ist zweifelsohne Attika Reisen in München. Seine Kataloge sind in den meisten Reisebüros zu haben. Im Internet besteht die Möglichkeit, fast alle Hotels und Ferienhäuser aus dem Katalog auch tageweise zu buchen; die Preise liegen nach unseren Tests nicht über denen von Direktbuchungen, eher darunter. Attika ist auf sehr vielen Inseln präsent und hat auf dem Festland die größte Auswahl aller deutscher Veranstalter. So gibt es hier auch eine Reihe von Unterkünften im nordwestgriechischen Epirus, auf der Chalkidiki und auf dem Peloponnes. Preislich umspannen sie alle Preiskategorien. Die Attika-Mitarbeiter in Griechenland kennen nahezu alle Häuser persönlich und pflegen oft langjährige Freundschaften mit den Besitzern. Dadurch sind auf Anfrage auch viele Sonderwünsche erfüllbar. Gute Erfahrungen haben anspruchsvolle Individualreisende bei Attika auch mit der Zusammenstellung von Griechenland-Rundreisen nach ganz individuellen Routenvorstellungen gemacht.
Für exklusive, frei stehende Ferienhäuser in Hellas ist das Münchner Reisebüro Domizile Reisen die Top-Adresse. Als Appetitanreger veröffentlicht Inhaberin Helga Schneider-Erber zwar auch einen Katalog, weitaus mehr Angebote und ausführlichere Beschreibungen aber sind im Internet zu finden. Da gibt es Residenzen, die bis zu 5000 Euro pro Woche kosten, aber auch schon kleine, schnuckelige Kykladen-Häuschen, die schon ab 420 Euro/Woche zu haben sind. Der Schwerpunkt des Angebots liegt auf den griechischen Inseln und dem Peloponnes. Die Kundschaft von Domizile Reisen ist international, über zahlreiche ausländische Partner werden die von den Münchnern unter Vertrag genommenen Villen weltweit vermarktet.
Ein sehr großes Angebot an Ferienhäusern in ganz Griechenland hat auch der deutsche Veranstalter Jassu-Reisen im Programm. Der Inhaber von Jassu kauft seine Häuser persönlich ein und kennt die meisten seiner Besitzer.
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