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Dank an Steve Jobbs, Christos und den hl. Fanourios

Von Klaus Bötig | 6.Oktober 2017

3. Oktober 2017: Wir sind mit dem Zug von Thessaloniki nach Athen gefahren. 1. Klasse, da kaum teurer als die 2. Klasse (55,40 €/Person). Wir steigen aus und setzen uns erst einmal ins Bahnhofscafé. Da bemerkt Christiane, dass sie ihr fast nagelneues i-phone im Abteil vergessen hat. Sie eilt auf den Bahnsteig, doch der Zug ist bereits aufs 8 km entfernte Abstellgleis gefahren. Schiet! Was tun?

Christiane geht zum Info-Schalter in der Bahnhofshalle, ich bleibe beim Gepäck auf der Caféterrasse. Am Info-Schalter sitzt ein Mann um die 40, der auch relativ gut Englisch spricht. Er erzählt ihr, dass der Zug jetzt gewartet wird. Danach geht irgendwann das Putzkommando an Bord, vielleicht gleich anschließend, vielleicht aber auch erst morgen früh. Christiane nennt ihm Waggon und Abteil, in dem wir gesessen haben. Der Mann ruft auf dem Rangierbahnhof an und erzählt, was los ist. Wir sollen warten…

Ich habe derweil den hl. Fanourios, dem für Vergessenes und Verlorenes zuständigen griechisch-orthodoxen Heiligen, um Beistand gebeten – natürlich mit dreimaligem korrekten Schlagen des Kreuzes. Und ihm versprochen, dass ich im Falle eines guten Ausgangs der Geschichte einem Armen seiner Gemeinde in der Altstadt von Rhodos mit Vermittlung des dortigen Priesters eine Spende zukommen lassen werde.

Christiane kehrt zurück. Ihr ist inzwischen eingefallen, dass es beim i-phone doch eine App “i-phone suchen” gibt. Ich habe die App auf meinem Phony, Christiane gibt da ihre Daten ein. Und flugs wird uns angezeigt, wo wir gerade sitzen und wo sich Christianes i-phone gerade befindet. Es liegt ganz offensichtlich noch in dem Abteil, in dem wir gesessen haben. Es ist also noch nicht geklaut, eine Sperrung ist noch nicht nötig.

Plötzlich kommt eine hübsche blonde Frau auf mich zu und begrüßt mich hocherfreut. Ich erkenne sie nicht gleich: Es ist die Anwältin, die mich vor 5 Jahren in einem dämlichen Prozess vor einem Athener Gericht vertreten hat. Ich habe sie seitdem nicht wiedergesehen. So hat das Vergessen des i-phones doch schon einmal etwas Gutes gebracht! Kurz darauf kommt auch noch meine Athener Kollegin und gelegentliche Co-Autorin Elisa Hübel von der Griechenland-Zeitung, mit der wir gemeinsam den Abend verbringen wollen. Für Unterhaltung während der Wartezeit ist also gesorgt.

Nach einer halben Stunde geht Christiane noch einmal an den Infoschalter. Das Device sei gefunden, berichtet ihr erfreut der Mann am Schalter, und sei bald da. Glücklich kommt Christiane an den Tisch zurück. Und siehe da: Mein Phony zeigt an, dass ihres jetzt schon am Bahnhof angekommen ist. Jetzt gehen wir zusammen an den Schalter. Ich frage den Mann dort nach seinem Namen: Er heißt Christos. Er macht sich auf den kurzen Weg zum Bahnhofsvorsteher und ist zwei Minuten später wieder zurück: Mit Christianes i-phone in den Händen. Wir bedanken uns nicht nur mit Worten – nur zwei Stunden haben wir auf die Rückkehr des teuren Dings warten müssen. Ob die Geschichte anderswo auf der Welt ebenso gut abgelaufen wäre?

Christos war auf jeden Fall ein großartiger Helfer. Auch die Suchfunktion des i-phones fanden wir Klasse. Und mein Versprechen gegenüber dem hl. Fanourios werde ich auch einlösen, wenn wir nächstes Jahr wieder auf Rhodos sind. Ihn werden wir sicherlich ja noch öfters benötigen…

 

 

 

 

 

 

 

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