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Evritanien: Von Karpenissi zum Kloster Proussos und zum Trichonida-See

Von Klaus Bötig | 11.Juli 2011

 An der Straße von Karpeníssi nach Proússos lohnen viele Dörfer einen Abstecher. Eins der größten und schönsten ist das „Große Dorf“, Megálo Chorió (470 Ew.). Hält man sich an der Gabelung am Ortsanfang rechts, passiert man die Dorfkirche und kommt zum Waldpark Kefalovrísso (gleicher Name wie die Quelle bei Karpeníssi), durch den ein Waldpfad über Holzbrücken zu einem kleinen Wasserfall führt. Geht man die Straße weiter, gelangt man zum Uhrturm, zum kleinen Volkskundlichen Museum und ins Zentrum mit Kafenía und Souvenirgeschäften, die in der Region hergestellte Nudeln und Marmeladen feilbieten.  

Kloster Proussos

       

Hinter Megálo Chorió führt die Straße nach Proússos durch die Klídi-Schlucht, an deren engster Stelle der Fels eingekerbt werden musste, damit die Straße überhaupt Platz fand. In der Schlucht liegt an der Abzweigung nach Karítsa eine der urigsten Grilltavernen des Landes. Vor allem an Wochenenden grillt Wirt Kóstas vor seinen Bretterbuden Lamm und kokorétsi am Spieß. Salate und Vorspeisen bringen die Gäste zum Teil selbst mit. Gegessen wird an elf langen Holztischen auf einer hölzernen Terrasse unter Platanen direkt am Bachbett.

   Nähert man sich dem hoch oben am Hang über einem Talkessel gelegenen Dorf Proussos(250 Ew.), fühlt man sich an Tee-Hochlandgebiete wie auf Sri Lanka oder in Darjeeling erinnert. Die Hänge sind üppig grün, häufig terrassiert, die Häuser weitläufig auf den Terrassen verstreut. Imposant ist auch der Anblick des großen Wallfahrtsklosters Panagía tis Prousiótissas, das dicht an eine Felswand gedrängt auf zwei Felsen hoch über dem Talgrund steht. Hier herrscht das ganze Jahr über ein heftiges Kommen und Gehen von Pilgern, die häufig auch im Kloster übernachten. Hauptziel der Gläubigen ist eine Marienikonen in der in den Fels gebauten Kapelle, die auch dann zugänglich ist, wenn das Kloster für Laien verschlossen ist. Vom Vorhof führt eine Treppe hinunter zu einer kleinen Quelle, aus der die Pilger agiásma, heiliges Wasser, mitnehmen. Ihre Wünsche bleiben im Kloster, denn in einen mit onómata versehenen Schlitz an einer Art Kiosk am Vorhof kann man hinterlassen, wen die Mönche in Zukunft in ihre Gebete mit einbeziehen sollen.

   Nach dem Besuch des Klosters empfiehlt sich eine Rast auf der kleinen Platía des Dorfes, von der aus man einen schönen Blick hinunter ins Tal, aufs Kloster und in die Bergwelt genießt. Danach geht es kurvenreich über eine Passhöhe wieder in Richtung Küste, wobei man den antiken Ausgrabungen von Thermo noch einen Besuch abstatten kann.

   Das große Dorf Thermo (1900 Ew.) nahe dem Trichonída-See liegt schon im Regierungsbezirk von Etolía-Arkananía. 1,5 km von der Platía entfernt liegen die weitläufigen Ausgrabungen der antiken Stadt Thermái mit einem schon im 9./8. Jh. v.Chr. bedeutenden Apollon-Heiligtum. Am markantesten sind die Grundmauern dreier je 160 m langer Säulenhallen, die in hellenistischer Zeit den Marktplatz der Stadt umgaben. Auch Reste der Stadtmauer aus der Zeit um 200 v.Chr. sind gut erhalten.

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