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Griechenland auf den Spuren des Judentums

Von Klaus Bötig | 4.Juli 2011

Wie überall in Europa waren auch in Griechenland bis zum Zweiten Weltkrieg zahlreiche Juden zu Hause. Allein in Thessaloniki lebten beim Einmarsch der deutschen Truppen am 9. April 1941 noch 50 000 von ihnen. 46 000 wurden 1943 in deutsche Vernichtungslager gebracht. Die Spuren des Judentums in Griechenland sind allerdings heute nur noch gering. In Chania auf Kreta und in der Stadt Rhodos stehen zwei alte Synagogen zur Besichtigung offen, weitere Synagogen gibt es in Athen, in Thessaloniki, in Volos und auf Korfu. In Athen und Thessaloniki stehen zwei gute Museen des jüdischen Lebens – und auf Zakinthos erinnert ein Gedenkstein an einen mutigen orthodoxen Bischof, der den zakinthischen Juden das Leben rettete.

Holocaust-Denkmal in der Stadt Korfu

 

Auf dem Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs von Thessaloniki steht heute die Aristoteles-Universität. Kaum einem Studenten ist das bewusst. An das Leiden der ehemaligen Mitbürger erinnern nur wenige Denkmäler – das eindrucksvollste von ihnen steht wohl auf dem Platz unterhalb der neuen Festung von Korfu-Stadt.

Die einzigen beiden griechischen Synagogen, die besichtigt werden können, stehen in der Altstadt von Chania auf Kreta und in der Altstadt von Rhodos. Beide werden von in ihre Heimat zurückgekehrten Juden betreut, die auch Fragen gern beantworten. Die Kahal Salom-Synagaoge auf Rhodos wurde 1577 erbaut, die Etz Hayyim-Synagoge in Chania etwa zur gleichen Zeit in einer kleinen, zuvor römisch-katholischen Kirche eingerichtet.

Das Museum des jüdischen Lebens in Thessaloniki zeigt anschaulich, warum die makedonische Hauptstadt auch die >Mutter Israels< genannt wurde. Zahlreiche Objekte und historische Fotos illustrieren das jüdische Leben in der Stadt zwischen etwa 1850 und 1943. Meist wird hier auch eine wunderbare DVD verkauft, auf der Savina Giannatou 16 alte Lieder im spanischen Dialaekt der sephardischen Juden von Thessaloniki singt. Ihr Titel: Primavera en Salinico<.

Das Jüdische Museum in Athen widmet sich überwiegend mit Objekten und Dokumenten der Geschichte des Judentums in ganz Griechenland. Besonders eindrucksvoll sind hier die Texte, die auf den zakinthischen Bischof und den Bürgermeister der Stadt Zakinthos aufmerksam machen. Beide widersetzten sich 1943 dem deutschen Befehl, ihnen eine Liste der Juden auf der Insel anzufertigen. So wurde keiner von ihnen erkannt und deportiert. Den beiden Mutigen passierte übrigens nichts: Vielleicht hätten mehr Menschen überall auf der Welt ihrem Beispiel folgen sollen. Auf Zakinthos selbst erinnert nur ein unscheinbarer Gedenkstein an der Stelle der ehemaligen Synagaoge an sie.  Er ist alljährlich Pilgerziel dankbarer  Israelis.

Ausführliche Infos zum Judentum auf Rhodos in Geschichte und Gegenwart: http://www.klaus-boetig.de/juden-auf-rhodos-fruher-und-heute/

Ausführliche Infos zum Judentum auf Kreta  in Geschichte und Gegenwart: http://www.klaus-boetig.de/juden-auf-kreta-heute-etz-hayyim-in-chania/

Ausführliche Infos zum Judentum auf Korfu in Geschichte und Gegenwart: http://www.klaus-boetig.de/juden-auf-korfu/

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