Griechenland Reisen

Blog Suche


Griechenland Artikel

Griechenland Themen

Griechenland Archive

Griechenland-Tipps für Anfänger

Von Klaus Bötig | 13.April 2015

Griechenland ist nicht wie Spanien oder gar der Bayerische Wald. Deswegen fahren wir ja immer wieder hin. Manchmal kommt es aber leider auch in Hellas zu kleinen Verstimmungen des Urlauberherzens. Meist resultieren sie aus mangelndem Verständnis füreinander oder aus Unzulänglichkeiten, die nur eine Seite als solche empfindet.

„Das geht ja gut los“, denkt so mancher, wenn er in den Sommermonaten gleich nach der Landung auf einer der großen Urlaubsinseln überlange aufs Gepäck warten muss. Und auch vor dem Rückflug ist es meistens kaum besser: Da winden sich die Warteschlangen vor den Check in-Countern durch die Abflughallen, dass kaum noch ein Durchkommen ist, und setzen sich manchmal sogar nach draußen in die pralle Sonne fort. In diesem Fall hilft nur Verständnis: In Terminals wie denen von Iraklio, Chania, Kos, Korfu oder Rhodos herrscht sechs Monate im Jahr meist gähnende Leere – und im Sommer fallen dann die Touristen wie Heuschreckenschwärme fast im Drei-Minuten-Takt ein. Da muss man in der Größe der Terminals den Kompromiss zwischen Bequemlichkeit und Wirtschaftlichkeit ganz einfach akzeptieren.

Babylonisches

Verständnisprobleme bereitet Griechenland-Neulingen manchmal die griechische Sprache. Dass ein griechisches <Nee< auf Deutsch >Ja< bedeutet, muss man erst einmal schnallen. Auch ich habe anfangs enttäuscht den Laden verlassen, als eine Verkäuferin auf meine Frage, ob sie Yoghurt habe, mit >Nee< antwortete. Genauso irritierend war, dass das griechische Wort für >Nein<, also >Ochi<, oft gar nicht ausgesprochen wurde, sondern nur in einer Kopfbewegung Ausdruck fand. „Unhöflich, die Griechen“, dachte ich, wenn ich auf eine Frage scheinbar gar keine Antwort bekam. Zudem musste ich realisieren, dass die Hellenen nicht alle mit Taxifahrern verwandt sind, nur weil sie einem immer wieder ein >entaxi< entgegen rufen.

Intuitives Verstehen ist manchmal beim Studium der Speisekarten nötig, die inzwischen teilweise in bis zu zehn Sprachen gedruckt sind. Klar, dass der Wirt kein polyglotter Wunderknabe ist, sondern für die Übersetzungen Google oder ähnlich unzulängliche Helfer zu Rate zieht. Da werden einem manchmal Austern als rein vegane Quitten angeboten (weil das Wort im Griechischen, >kydonia<, für beide das gleiche ist) oder ein Rukkola-Salat als Raketensalat (weil die Übersetzung auf dem Umweg übers Englische erfolgte, in dem der Salat tatsächlich >rocket salad< heißt).

In solch zweifelhaften Fällen sollte der Gast nicht zögern, die Bedienung um Hilfe zu bitten. Oft wird sie den Fragenden in die Küche, an den Kühlschrank oder den Schautresen bitten, um die phantasievollen Angaben auf der Karte zu visualisieren. Überhaupt gilt es in Hellas kaum als unhöflich, viele Fragen zu stellen. Man wundere sich nicht, wenn man von völlig Fremden im Kaffeehaus nach Beruf, Familienstand, Kinderzahl, Alter und Einkommen gefragt wird – und zögere nicht, bei Museen und archäologischen Stätten vorab auf Englisch telefonisch  nach den aktuellen Öffnungszeiten zu fragen – denn die ändern sich häufiger, als Reiseführer neu gedruckt werden können.

Hausgemachte Leiden

So manches Problemchen, mit dem sich der Urlauber konfrontiert sieht, ist schnell zu beheben. Wer sein Sonneschutzmittel mit hohem UV-Faktor vergessen hat, erhält es auch in Griechenland in jedem Supermarkt – allerdings zu deutlich höheren Preisen. Sonnenhüte gibt es in 1000 Variationen mit und ohne Aufdruck. Ebenso Badeschuhe, die in der Heimat kaum erhältlich, hier aber allgegenwärtig sind. Sie leisten nicht nur auf kieseligem oder felsigen Untergrund (dort auch gegen Seeigel) gute Dienste, sondern schützen die Füße vor allem im sommerlich heißem Sand. Sonnenbrillen gehören zum Standardsortiment aller Supermärkte, haben dort freilich keine Optiker-Qualität. Wer gern wandert, trägt auch bei hohen Temperaturen außer festen Schuhen am besten feste Jeans – denn Pfade sind oft dornenreich. In vielen Regionen sind auch Begegnungen mit Schlangen möglich.

Auch im Urlaub ist niemand vor Erkrankungen oder Unfällen gefeit. Eine private Auslandskrankenversicherung ist dringend zu empfehlen, wenn man nicht die Auswirkungen der Krise auf das System der gesetzlichen griechischen Krankenversicherungen am eigenen Leib spüren oder Arzt und Medikamente aus eigener Tasche bezahlen will. Wer mit Kindern reist und Antibiotika nicht für ein Allheilmittel hält, bringt die gängigen homöopathischen Mittelchen am besten mit. Wer sparen will, checkt vor der Abreise seine Hausapotheke: Viele rezeptfreie Mittel wie Schmerztabletten und Herpes-Salben sind in griechischen Apotheken nämlich deutlich billiger als bei uns. Gut, wenn man dann heimische Preise notiert hat!

Wenn die Heimreise ansteht, haben viele Urlauber auch flüssige Souvenirs im Gepäck: Olivenöl, Wein, Ouzo, Raki oder gar einen leckeren Likör. Viele dieser Flaschen landen bei der Sicherheitskontrolle im Müll, denn sie dürfen nicht im Handgepäck transportiert werden. Also ab damit in die Koffer oder Flüssiges erst am Airport nach der Security einkaufen. Die ehemaligen „Duty Free Shops“ dort sind bestens sortiert – und halten meist auch regionale Spezialitäten aus dem ganzen Land bereit.

Ein Wort zur Pünktlichkeit

Sich für exakte Zeiten zu verabreden, ist im privaten Bereich in Griechenland nicht sonderlich üblich. >To Proi“ (vormittags), >To Apogevma< (nachmittags) oder >To Vradi< (abends) sind eher übliche Zeitangaben. Dabei sollte man wissen, dass der Nachmittag für Hellenen nicht nach dem Mittagessen, sondern erst nach der Mittagsruhe beginnt – und die dauert meist bis 17 oder 18 Uhr. Der Nachmittag geht in den Abend über, wenn es dunkel wird.

Im privaten Bereich sind die meisten Hellenen auch keine großen Pünktlichkeitsfanatiker. Busse,. Schiffe und Flugzeuge erreichen hingegen inzwischen eine sehr hohe Pünktlichkeitsrate. Wer doch einmal warten muss, denke an Paco Erhard, einen in Australien berühmten deutschen Comedian. Wenn der seinem Publikum von deutschen Tugenden berichtet, steht die Pünktlichkeit immer obenan und alle Australier nicken beifällig. Dann nennt er als Musterbeispiel die Deutsche Bahn. Lacht jemand schallend im Publikum, weiß er, dass Deutsche anwesend sind.

 

 

Beitrag aus: Allgemein | Ihr Kommentar »


...gehe weiter zu:

« | Startseite | »

Kommentare geschlossen.