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Griechenland, Ovelgönne und Oldenburg

Von Klaus Bötig | 21.März 2017

Wussten Sie schon, dass Griechenlands erstes Königspaar der Neuzeit nahe der Nordsee geheiratet hat?  Das war anno 1838. Der Wittelsbacher Otto war König der Griechen geworden und brauchte eine standesgemäße Gattin. Im weitgehend adelsfreien Hellas ist sie nicht zu finden. Im böhmischen Franzensbad wird ihm die blutjunge Herzogin Amalie aus Oldenburg vorgestellt, einer Residenzstadt nordwestlich von Bremen. Sie gefällt ihm, er schreibt seinem Vater, König Otto von Bayern, dass er “echte Liebe für das anbetungswürdige Geschöpf” empfinde. Am 22. November 1836 werden die beiden ausgerechnet im streng protestantischen Oldenburg getraut. Amalia ist da noch nicht einmal 18 Jahre alt. Als Suite steht ihnen das gesamte Erdgeschoss des Oldenburger Schlosses zur Verfügung. Nur das besonders prächtige, extra für die beiden angefertigte Empfangszimmer wird nicht rechtzeitig fertig. Dafür präsentiert es sich jetzt nach einer sorgfältigen Restaurierung 2011 als ein Juwel des Schlosses. 16 Tage lang wird gefeiert – dann geht es ab nach Griechenland. Amalia zieht als erste Königin der Griechen in Athen ein. Sie wird zum politischen Ratgeber ihres Mannes – und durch die 560 Briefe mit über 3000 Seiten, die sie ihrem Vater Richtung Ostfriesland schickt, auch zu einer Protokollantin ihrer Zeit. Sie lässt den heutigen Nationalgarten anlegen, kämpft mit freizügigen Dekollettés gegen die orientalische Kleidung der Griechinnen an und entwirft der Legende nach sogar die Uniformen der Evzonen. 1862 ist Schluss, die Griechen wollen den König nicht mehr, das königliche Paar flieht auf einem englischen Schiff und lässt sich in Bamberg nieder. Dort stirbt Amalia 1875, wird in der Gruft der Münchner Theatinerkirche beigesetzt. In der Bamberger Residenz ist sie noch immer in einem Gemälde präsent, in Oldenburg hängt eine Lithografie mit ihrem Porträt. In Athen ist einer der Hauptboulevards der Stadt nach ihr benannt.

Bei Oldenburg gibt es zudem ein Gasthaus und Hotel, das bereits seit 1838 den Namen >Zum König von Griechenland< trägt. Während seines Aufenthalts in Oldenburg besichtigte Otto nämlich auch die herzoglichen Pferdeställe im Dorf Ovelgönne und kehrte wohl im dortigen Gasthof ein, das gleich darauf seinen stolzen Namen annahm. Heute wird es als integratives Projekt betrieben, in dem auch Behinderte arbeiten, und das sich besonders gut für einen Urlaub mit behinderten Kindern eignet. Mittagessen gibt es hier für 4,50-4.90 Euro, das EZ kostet 37, das DZ 52 und die Fewo 70 €/Nacht.

 

 

 

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