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Griechischer Wein, griechische Spirituosen

Von Klaus Bötig | 5.Juli 2011

In einer westkretischen Raki-Destillerie

Ouzo, Metaxa und Retsina gelten im Ausland als die alkoholischen griechischen Nationalgetränke schlechthin. Sie sind auch außerhalb von Griechenlands Grenzen in vielen Spirituosenhandlungen und Supermärkten zu finden. Doch die hellenische Getränkevielfalt ist größer, kann zumindest im Urlaub getestet werden.

Auf Korfu produziert man einen Likör aus den bitteren Zwergorangen Koum-Kouat, auf Naxos aus den Blättern des Zitronat-Baumes. Auf Chios ist der mit dem Harz des Mastixstrauchs versetzte Masticha zu Hause, bei Patras hat man den Zimtlikör Tentoura kreiert. In der Destillerie Sifonios auf Rhodos wird Ouzo mit Kaffee- oder Zimtaroma versetzt, auf der Chalkidiki mit Honig.  Und fast überall in Griechenland wird der dem Grappa ähnliche Tsipouro geschätzt, den man auf Kreta auch Raki oder Tsikoudia nennt.  Auf Krat versetzt man den Raki als rakomelo auch mit Honig und trinkt ihn warm. Tsantalis und Barbatzim produzieren neuerdings sogar einen Marc, den man in Hellas Apostagma nennt.

  Die klassische Spirituose bleibt freilich der Metaxa. Allein in Deutschland werden davon etwa 13 Millionen Flaschen jährlich abgesetzt. Das Spitzenprodukt ist dabei der Metaxa Grand Olympian Reserve. In Griechenland selbst bestellt man den Metaxa nach Anzahl seiner Sterne als Triari (Dreistern), Pendari (Fünfstern) oder Eptari (Siebenstern). Eigentlich ist Metaxa dabei weder Weinbrand noch Cognac oder Brandy, sondern eine einzigartige Komposition aus Weindestillat, Weinalkohol, Wein und natürlichen Aromastoffen. Nur ausgewählte Trauben, die lange in der griechischen Sonne gereift sind, werden für die Herstellung ausgewählt, versichert das Unternehmen. Gelagert wird Metaxa in Limousin-Eichenfässern – der Metaxa Grande Fine zum Beispiel 15 Jahre lang.

 Der griechische Wein wurde zwar einst von Udo Jürgens stimmungsvoll besungen, hatte jedoch in Deutschland bei Weinkennern lange  keinen besonders guten Ruf. Außer dem mit dem Harz der Aleppo-Kiefer versetzten Weißwein Retsina kannte man bestenfalls noch süßen Samos-Wein. Inzwischen hat sich das radikal geändert. Über 400 kleine Winzer bauen zum Teil mit dem fachkundigen Wissen französischer und italienischer Oinologen Spitzenweine aus den verschiedensten Traubensorten aus. Auch große Weinkellereien wie Tsantalis pflegen nicht nur die Qualität ihrer schon gut bekannten Weine, sondern widmen sich immer stärker erlesenen Spitzentropfen. Das Unternehmen hat überhaupt eine wesentliche Rolle bei der Verbesserung des griechischen Weinangebots gespielt, indem es den Anbau zahlreicher für Hellaas neuer Traubensorten in Makedonien, Thrakien und Thessalien fördert. Man arbeitet  dabei vor allem mit örtlichen Kooperativen zusammen und fördert so auch die kleinen Weinbauern Nordgriechenlands. Sie bauen jetzt neben den griechischen traditionellen Rebsorten auch ausländische wie Syrah, Chardonnay, Merlot und Sauvignan Blanc an.

  Das bringt Erfolge auch außerhalb Griechenlands. Von den alljährlich etwa 18 Millionen produzierten Flaschen geht der größte Exportanteil nach Deutschland. Bestseller sind hier die als Weiß-, Rot- und Roseweine erhältlichen Labels Makedoniko und Aghioritikos.

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