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Impressionen aus Georgioupolis/Kreta

Von Klaus Bötig | 9.Oktober 2015

Der Flusshafen von Georgioupoli
Auf Kreta ein seltener Anblick: ein kurzer, das ganze Jahr über Wasser führender Fluss mündet hier ins Kretische Meer. Vom Horizont bis zum Strand kräuseln sich die kleinen Wellenberge, lassen keinen Moment wie den anderen sein. Der Wind drückt das salzige Wasser auch in den Fluss hinein, doch der fängt es auf, leitet es in eine sanfte Dünung über, auf der Enten und Gänse schwimmen. Fischerboote wiegen sich an den Kais, Netze liegen am Ufer zum Flicken bereit.
Landeinwärts verliert sich der Fluss im dichten Schilfgürtel unter Eukalyptusbäumen. Dahinter ragen die Weißen Berge auf – der Gegensatz zum Meer schlechthin. Dort ewige Bewegung – hier scheinbar ewige Ruhe. Aus diesem Spannungsverhältnis zwischen Ewigkeit und ständiger Veränderung schöpft Griechenlands größte Insel einen ganz besonderen Reiz.

Am Dorfplatz von Georgioupoli
Im griechischen Mythos ist Persephone ein Kind der Ewigkeit: Tochter der Göttin Demeter, der Göttin der Fruchtbarkeit, der Göttin, die die Menschen den Getreideanbau lehrte. Die Hälfte eines jeden Jahres muss Persephone bei Hades, ihrem Gemahl, in der Unterwelt verbringen. Das ist die Zeit, in der die Natur ruht, nicht mehr blüht. Erst, wenn sie wieder ans Licht kommt, beginnt das Getreide, beginnt die Pflanzenwelt erneut zu sprießen.
Persephone ist auch eine stets gut gelaunte Kreterin, die in Georgioupoli eine von Bougainvilleen überrankte Pension besitzt. Hans-Jürgen malt den Dorfplatz von Georgioupoli. Ich sitze neben ihm, trinke Kaffee. Persephone – die aus Georgiopouli – geht vorbei, erkennt mich als alten Gast ihres Hauses. Sie fordert uns auf, zu ihr zu kommen, auf dass sie uns bewirten kann. Doch ich sage ihr: „Wir müssen gleich wieder nach Vamos zurück. Eine Freundin hat Geburtstag.“ Persephone überlegt nicht lange, erwidert sofort: „Dann müsst ihr erst recht kommen. Ich werde Blumen schneiden und euch einen Strauß mitgeben.“
Wenig später hat Hans-Jürgen die Platia fertig gemalt. Wir schlendern zu Persephones Pension. Sie klopft gerade Oliven, legt sie in eine Schüssel voller Salzlake. Als sie uns sieht, steht sie auf, nimmt ein kleines Messer und geht in ihren Garten. Fünf Minuten später ist sie zurück mit einem Bouquet voller Bougainvilleen, Stechapfelblüten und Rosen. „Gib sie deiner Freundin, aber sage ihr nicht, dass ich sie geschnitten habe. Sag ihr, du hättest sie gekauft. Es wird ihr mehr Freude bereiten“, gibt sie mir schmunzelnd mit auf den Weg.

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