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Meteora: Kostas raucht heimlich einmal am Tag

Von Klaus Bötig | 4.März 2016

Kostas Arsenis ist partiell ein kluger Mann. Als ich zum ersten Mal auf einen Kaffee in seiner kleinen Pension nahe den Meteora-Klöstern einkehrte, war er nicht da. Als ich gerade mit Notizbuch und Reiseführer in der Hand wieder zu meinem Auto zurück ging, kam Kostas, der mich noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Er grüßte nicht einmal, sondern fragte mich sofort ganz direkt, ob ich wüsste, wie er mit seiner Pension in diesem Reiseführer empfohlen werden könnte.

Jetzt steht er drin – im Chalkidiki-Band ebenso wie im Griechenland-Band. In den deutschen Ausgaben ebenso wie in diversen übersetzten Reihen. Doch Kostas ist das nicht genug. Mindestens einmal monatlich ruft er mich an: Momentan seien so viele koreanische Touristen an den Klöstern – wir sollten unbedingt eine koreanische Ausgabe machen. Nächsten Monat sind es Chinesen, dann Russen, dann Mexikaner.  Außerdem möchte er natürlich auch in die Bände über Athen, Rhodos, Kreta und Korfu. Von da würden ja vielleicht manche Urlauber zu den Meteora-Klöstern weiterreisen oder zumindest einen Besuch im nächsten Jahr machen wollen…

Kostas’ Geschäftsidee gleicht der vieler Inselgriechen, die als Zimmervermieter am Hafen auf ankommende Reisende warten. Er fährt täglich in der Mittagszeit mit seiner Vespa zum Kloster Agios Stefanos hinauf und fragt die Fremden, ob sie ein Zimmer suchen. Seitdem er in vielen Reiseführern steht, ist seine Arbeit effizienter geworden. Er hält nach Menschen Ausschau, die einen dieser Reiseführer in der Hand halten oder im Auto liegen haben. Denen nennt er die Seitenzahl, auf der sie nachschauen sollen, um die Empfehlung für seine Pension zu finden. Seine Übernachtungszahlen sind seitdem um ein Mehrfaches gestiegen. Mich freut’s, denn keiner seiner Gäste schickt mir jemals Beschwerde-Mails.

Dass die Gäste so zufrieden sind, liegt auch an den alten Eltern des 45-Jährigen. Der Vater ist Olivenbauer und Viehzüchter, grillt allabendlich die vielleicht besten  Lammkoteletts der Region. Die Mutter ist eine stets freundlich dreinschauende Seele von Mensch, die man einfach lieb gewinnen muss. Und seine ungarische Frau macht fleißig ihre Hausarbeit. Kostas unterhält sich derweil mit seinen Gästen übers Weltgeschehen – denn das einzige Hobby, dass er neben seiner Pension hat, sind die aktuellen Nachrichten auf den 100 Fernsehsendern aus aller Welt, die er dank Satellit empfangen kann. Einen Bruder hat er auch. Der ist Lehrer auf Kreta und kümmert sich um den Internet-Auftritt und den E-Mail-Verkehr der Pension von der Insel des Minos aus. Kostas mag keine Computer.

Für seine Eltern zeigt Kostas hohen Respekt. Sie haben hier alles aufgebaut, ihm die Pension geschenkt. Seinem wohl einzigen Laster frönt Kostas denn auch nur heimlich. Jeden Morgen steckt er sich fünf  Zigaretten ein und fährt in ein Kafenio in der Stadt. Sind die Zigaretten verqualmt, kehrt er als braver Nichtraucher wieder in die Pension zurück. Die Eltern spielen das Spiel brav mit. Mit seinem Bruder hat Kostas allerdings ein kleines, ungeklärtes Problem. Auch der Bruder hat von den Eltern ein Haus an den Klöstern geschenkt bekommen und lässt es gerade modernisieren. Das habe ich vom Bruder erfahren. Kostas selbst hat mir erzählt, das Haus werde seine eigene zweite Pension. Er sieht nicht ein, dass es den größten Teil des Jahres als Privathaus leer stehen soll.

Die Krise hat Kostas nur im Winter Mindereinnahmen gebracht. Die Athener Jagdgäste bleiben aus. Aber Kostas ist frohen Mutes: Er hat gehört, dass in diesem Jahr verstärkt Mongolen zu den Klöstern kommen werden…

Wenn auch Sie bei Kostas übernachten möchten, wenn Sie zu den Meteora-Klöstern kommen: Sie finden seine Pension >Arsens House< gut ausgeschildert an der Eastern Meteora Road. Auch Wohnmobilsten sind bei ihm herzlich willkommen. Seine Telefonnummer und seine Homepage: Tel. 24320 24150, www.arsenis-meteora.gr

 

 

 

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