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Mit Olympic Airways war das Fiegen immer spannend

Von Klaus Bötig | 4.April 2014

Eine Ära ist zu Ende gegangen. Olympic Airlines, 1957 von Aristoteles Onassis als Olympic Airways gegründet, ist 2013 an den Konkurrenten Aegean Air verkauft worden. Ich bin immer gern mit Olympic geflogen, besonders auf den unrentablen Nebenstrecken zu kleinen Inseln und Festlandsflughäfen, die vom Staat subventioniert wurden.

Für Gernflieger wie mich waren die letzten 35 Jahre auf solchen Nebenstrecken die interessantesten. Es ist an der Zeit, mich zu erinnern. Zum Beispiel an Kastellorizo im April 1987. Im Endanflug steigen die Felswände weit über unser Flugebene hinaus, die Tragfläche unserer 19-sitzigen Dornier Do-228 scheint sie fast zu rammen. Die Landebahn ist mit 990 m gerade lang genug. Ein Flughafengebäudchen (aerolimanaki) gibt es auch – aber weder Bus noch Taxi vom Flugplatz in den Ort. Unser Gepäck wird auf einen Anhänger geladen und von einem Trecker zur Platia gezogen, wir dürfen die zwei Kilometer laufen. Auf dem Rückweg das gleiche Spiel, aber im Winzig-Terminal können wir immerhin Kaffee trinken: Eine Bäuerin hatte die Geschäftsidee und war zu jedem Abflug mit ihrem Campinggaskocher und ihrer brikki da.

Kaffee gab es auch auf Karpathos schon im März 1988. Auf dem Weg von Pigadia zum Airport stoppte der Flughafenbus von Olympic, den es damals noch – finanziell sicher Verluste bescherend – zwischen vielen griechischen Destinationen und ihren Flugplätzen gab, kurz vor einem Bauernhaus. Eine Frau stieg zu, Campinggaskocher und Kaffeepulver unterm Arm, und eröffnete im Terminal sogleich ihr >Kafenio<. Unter den abfliegenden Passagieren war auch ein Zicklein: Ein kleines Mädchen hatte es von ihren Großeltern geschenkt bekommen und durfte es in Ermangelung eines geeigneten Frachtraums in der Dornier in der Passagierkabine mit nach Rhodos nehmen.

Die erst vor wenigen Jahren von Olympic verkauften Dorniers – die zum Beispiel auch für das Deutsche Polarforschungsinstitut in der Antarktis fliegen – waren das Rückgrat auf den absoluten Nebenstrecken. Sie waren robust und zuverlässig. Eine Notlandung habe ich mit diesem Maschinentyp nur einmal erlebt. Das war allerdings nicht mit Olympic in Hellas, sondern auf der portugiesischen Insel Porto Santo. Gefahr fühlte ich in Olympic-Dorniers nur ein einziges Mal auf einem Flug zwischen Kefallonia und Zakinthos. Ich saß hinten in der Maschine und konnte plötzlich nicht mehr wie sonst üblich die Piloten im Cockpit sehen (eine Cockpittür gab es in der Dornier nicht). Die Kabine war in dichten Nebel gehüllt. Ich hielt ihn für Rauch und tastete mich zum Cockpit vor, um die Piloten darauf aufmerksam zu machen. Die beruhigten mich: Es sei nur Dampf aus der Klimaanlage, das würde öfters passieren. Ein paar Minuten später setzten wir sicher in Zakinthos auf.

Die Olympic-Piloten waren immer gute Piloten. Ob der kurvenreiche Anflug an Berghänge entlang auf Samos, der Gewitterflug in 3000 m Höhe dicht an den Schneefeldern des Olymp vorbei oder das Herabstoßen durch dichte Wolkendecken in den Talkessel von Ioannina, sie haben alle Aufgaben gut gemeistert. Zur besseren Orientierung waren ja auch bei Olympic immer zwei Piloten am Ruder. So konnte der Captain auch seinem Co-Piloten in der Dornier beim Anflug auf Astypalaia helfen: Der fragte seinen Chef so laut, dass es selbst in der Kabine hörbar war, wo denn nun eigentlich die Landebahn sei. Er könne sie im Dunst nicht erkennen…

Auch sein aufgegebenes Gepäck hat man bei Olympic fast immer am Ziel wieder gesehen. Das Wiedersehen nicht immer Wiederhaben bedeutet, musste ich allerdings auf Kefallonia erfahren. Unsere Dash, die inzwischen bei Olympic die Dorniers ersetzt hatte, landete gegen 21.30 Uhr. Ich war der einzige Passagier, der von Bord ging. Das Flughafengebäude war fest verschlossen, doch drinnen drehte sich das Gepäckband. Darauf stand einsam mein knallroter Koffer. Erst nach fünfzehn Minuten gelang es mir,  eine Putzfrau auf unsere Trennung aufmerksam zu machen. Sie sorgte für unsere Wiedervereinigung.

Im Mai 2014 werde ich wieder von Zakinthos nach Kefallonia fliegen – diesmal mit Sky Express. Mal sehen, ob es jetzt mit dem Gepäck klappt…

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