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Reise-Tagebuch Griechenland: 30. Juni 2015

Von Klaus Bötig | 30.Juni 2015

9:00 Uhr: Wir haben in Pylos direkt an der Platia im einfach-ordentlichen Hotel Galaxy übernachtet, EZ Ü/F 35 €. Vom Balkon aus habe ich binnen einer Stunde drei deutsche Wohnmobile vorbeifahren sehen – alle sahen astrein aus. Kein Wohnmobilist muss hier vor Graffiti oder ähnlichem Ungemach Angst haben!

10:00: Late Morning Coffee auf der Platia von Pylos. Vor keinem Geldautomaten wartet ein Mensch. Gestern Abend um Zehn lief in keinem Lokal ein Fernseher, keiner wollte die Rede von Tsipras hören. Am Taxistand schaltete man extra für uns deN Fernseher ein. Und die TaxifahreR klagten uns ihr Leid. Die Turis bleibeN Weg, Zimmervermieter und Wirte verdienen sich mit Gästetransfers in ihren Privatwagen ein Zubrot.
Ein TaxIfahrer wünscht sich Schäuble statt Tsipras, bewundert
die stets überarbeitet wirkende Merkel mehr als den meistens grinsenden Tsipras. Dessen Äußerungen kann ich nur nebenbei zuhören. Das reicht aber, um mir hinterher zwei Tsipouro gönnen zu müssen…

13:20 Uhr: Gut am Meer in Kyparissia gegessen. Unterwegs an fast allen Geldautomaten 1-3 Griechen: wenn man als Grieche nur 60 € pro Tag abheben darf, muss man halt mehrmals wöchentlich an den ATM.

17:40 Uhr: wir sitzen unter Platanen in einem Café in Olympia. Unterwegs waren wir am Kaiafas Lake, wo man sich kostenlos in schwefelhaltiges Thermalwasser in einer Höhle setzen kann. Nicht nur hier in Olympia sind bedauerlicherweise nur wenige Turis unterwegs. Einige Hoteliers berichten von Busgruppen, die ihre Tour gecancelt haben. Alle beklagen, dass momentan fast keine Neubuchungen hereinkommen.

20:00 Uhr: nach einem Rechercherundgang sitzen wir wieder an der Platia. Ich brauche Zigaretten, gehe 100 m zum Kiosk. Leute sitzen vor den Läden. Mindestens dreimal binnen dieser Minute höre ich das griechische Schimpfwort “Merkel”. Im Kiosk entdecke
ich noch drei Schachteln Camel ohne Filter, meine Marke. Ich sage zur Kioskbesitzerin: Gib mir bitte die drei Pakete. Sie: ich kann dir nur zwei geben. Jeden Morgen um 8 kommt ein Stammkunde und kauft ein Päckchen.
Okay, nehme ich zwei. Sie gibt mir das Wechselgeld und den Kassenbon. Den gebe ich ihr mit den Worten “Für Varoufakis” zurück. Sie korrigiert mich: “Für Merkel!”

20:25 Uhr: Wieder einmal werde ich gefragt: Woher kommst du? Ich habe inzwischen eine sehr gut ankommende Anwort: Ap tin Jermania. Ala ime aristeros, ochi tis Merkel – Aus Deutschland. Aber ich bin ein Linker, keiner von Merkel. Meist wird mir danach herzlichst die Hand gereicht. Mein Rat ans Auswärtige Amt: In die Reisewarnungen den Hinweis einbauen, dass das Tragen von Merkel-Tshirts in Griechenland zur Zeit nicht angebracht ist…
P.S. Sich als Wagenknecht-Fan zu outen, bringt nix: Die Sarah kennt man hier nicht!

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