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Reise-Tagebuch Griechenland: 15 Tage Chalkidiki und Pomakochoria im September 2015

Von Klaus Bötig | 15.September 2015

Meine vierte Griechenlandreise in diesem Jahr führte mich vom 31.8.-14.9.2015 auf die Chalkidiki und nach West-Thrakien. Mit dabei auf dieser Reise war auch meine junge deutsch-griechische Kollegin Elisa Hübel, die für mich bereits meine Athen-Reiseführer aktualisiert und fortführt und mit der ich bereits ein DuMont-Reisetaschenbuch Santorin gemeinsam geschrieben habe. Unsere Route: Thessaloniki – Kassandra – Sithonia – Pathos – Olympiada – Kawara – Philippi – Drama – Paranesti -Xanthi – Pomakochoria – Xanthi – Keramoti – Volvi-See – Arnea – Gerakini – Polygyros – Taverne Sogambros – Thessaloniki 

Tag 1 – Montag, 31.8.2015
Mit Ryan Air geht es nonstop von Bremen nach Thessaloniki (236 Euro haben wir fürs Rückflugticket pro Person bezahlt). In der Boeing 737-800 sind noch 57 Plätze frei, die Deutschen scheinen Griechenlandreisen noch immer zu scheuen. Pünktlich um 10:10 Uhr landen wir auf dem Makedonia-Airport, der nun auch bald von der FRAPORT für 40 Jahre übernommen werden soll. Sogenannte Billigflieger füllen das Vorfeld: Überwiegend Ryan Air, aber auch Easy Jet. Die griechische Aegean ist nur eine Randerscheinung, Lufthansa fliegt Thessaloniki schon lange gar nicht mehr an.

Am AVIS-Schalter wartet Kollegin Elisa auf mich. Die Mietwagenübernahme verläuft problemlos (696 Euro habe ich für 14 Tage für einen Skoda Octavia inklusive aller Kilometer bezahlt). Auf geht’s!

Die Schnellstraße führt uns an mehreren Geschäften mit Kaminen und Kirchen für den eigenen Garten vorbei (darüber später mehr), später zweigen wir zur Tropfsteinhöhle von Petralona ab. Früher konnte man direkt bis zur Höhle hinauffahren. Das hat den Dorfbewohnern nicht gefallen, denn ihnen brachten die Besucher kein Geld. Also sperrte man die Zufahrt zur Höhle ab und legte 1 km unterhalb von ihr einen großen Parkplatz mit Budendorf an, in dem Billigsouvenirs aller Art verkauft werden. Ein Trenaki, also ein kleiner offener Zug auf Gummireifen, bringt die Höhlenmenschen nun für 1 Euro hinauf und wieder zurück. Die Souvenirhändler leben überwiegend von den Busladungen, die vor ihren Hütten aussteigen – meist Urlauber aus dem früheren Ostblock, denen der Preis wichtiger ist als Originalität und Qualität.

Auf der Weiterfahrt nach Nea Moudania trauen wir unseren Augen nicht: Plötzlich steht ein abgespeckter Moskauer Kreml vor uns. Ein Schild weist ihn als “Kremlino”, also “Kremlchen”, aus. Spätere Fragen vor Ort und Internetrecherchen ergeben, dass es sich um ein riesiges Veranstaltungszentrum hauptsächlich für russische Reisegruppen handelt. Der Inhaber ist ein geschäftstüchtiger Grieche. Was Zeus-sei-Dank fehlt, ist ein großes Putin-Bild an den roten Mauern…

In Nea Moudania wollen wir in meiner Lieblingstaverne zu Mittag essen. Sie ist wegen Renovierung geschlossen, doch der Wirt ist da. Ich kenne ihn nicht persönlich; er weiß auch nicht, dass ich sein Lokal in meinen Chalkidiki-Reiseführern empfehle. Trotzdem lässt er sich auf ein längeres Gespräch ein. Er erklärt uns, das er alljährlich um den 1. September herum seine Taverne schließt und renoviert: Da findet im nahen Agios Mamas das größte Kirchweihfest der Chalkidiki mit großem Markt statt und alle Einheimischen fahren hin. Da er von den >locals< lebt, ist das also die beste Zeit, mal für eine Woche dicht zu machen. Dann erzählt er über die Geschichte seines Lokals, schwärmt von seiner guten Küche und den guten Weinen, schenkt uns reichlich davon ein und gibt uns zum Schluss noch eine Flasche Wein und eine Flasche Tresterschnaps mit auf die Reise, weil er uns ja leider nicht in seiner Taverne bewirten kann…

Wir checken noch ein paar Tipps aus den Reiseführern und überqueren dann bei Nea Potidea den Kanal, der die Kassandra-Halbinsel seit der Antike vom griechischen Festland trennt. Wir checken die in den Reiseführern erwähnten Tipps. Wie später auf der gesamten Reise stellen wir fest: Die Krise hat keinen Wirt oder Geschäftsinhaber auf der Chalkidiki zur Aufgabe gezwungen. Die Preise sind stabil geblieben und manchmal sogar niedriger als zuvor. Wir essen im Pinienschatten meiner Lieblingstaverne im Anblick von Fischtrawlern zu Mittag und fahren dann über Nea Fokea, wo Elisa erstmals in die kleine Höhlenkirche Agios Pavlos geht, weiter nach Afytos. Über booking.com habe ich da ein Apartment in einem erst im Juli eröffneten kleinen Hotel gebucht, dem >Niovi< (deutsch: Niobe). Es steht zwischen zwei Straßen mitten in der Landschaft, etwa 20 Gehminuten vom Dorf und noch etwas weiter vom nächsten Strand erntfernt. Die kleine Anlage ist super modern, hat einen Pool samt Pool-Bar und sehr nette Betreiber. Die sind durch den Marmorhandel zu Geld gekommen; entsprechend üppig sind die >Boutique-Apartments< mit Marmor ausgestattet. Manches ist durchaus originell: So der Couchtisch – eine Marmorplatte auf einer Euro-Palette mit untergeschraubten Rädern. Mies ist nur die Lage, aber das Grundstück besaß man halt, ein Grundstück am Meer zu kaufen wäre teuer geworden. Dank booking.com und Konsorten lassen sich heute aber ja auch solche Objekte an Touristen vermieten…

Am späten Nachmittag gehen wir zu Fuß auf einer kleinen, kaum befahrenen Nebenstraße ins Dorf. Unterwegs fällt mir noch ein kleines Apartmenthaus in einem großen Garten direkt am Steilufer auf. Elisa geht hinein, um es zu checken. Es ist empfehlenswert, wird in die nächste Auflage eines der Reiseführer aufgenommen. In Afytos, dem schönsten Dorf der Kassandra und vielleicht sogar aller drei Finger der Chalkidiki, ist viel los. Zu den guten Geschäften sind noch einige neue hinzugekommen, keine Spur von Krise. Nach einem späten Abendessen fahren wir mit einem Taxi für 5 Euro in unserer Anlage zurück. Das Wasser im Pool ist jetzt blutrot gefärbt. Unterwasserstrahler sorgen fürs auf den ersten Blick erschreckende Gewässer. Wir beschließen, es als >Rotes Meer< zu betrachten und nehmen noch ein Bad im Mondenschein.

 

Tag 2 – Dienstag, 1.9.2015
Um 8:00 Uhr einen Kaffee an der Pool Bar, dann geht’s mit Elisa die Ostküste der Halbinsel Kassandra entlang bis nach Palioúri und Loutra: Recherche im Schnelldurchgang. Wir checken das Disko-Viertel von Kallithéa: alles wie immer. In den Clubs hier wird fast nur noch moderne griechische Musik gespielt. Und gleich nebenan gibts wie schon lange noch die Kneipe, in der man in den ersten Morgenstunden zur Ausnüchterung seine Kuttelsuppe Past essen geht…

Sehr gutes englisches Frühstück in Pefkochori, dann Sauberkeitscheck auf den beiden Nehrungen des Küstensees Glarokavos. Schönste Natur, total verdreckt. Hier wird immer noch wild gezeltet, obwohl das in Hellas eigentlich verboten ist. Die Polizei kümmert sich nicht um die Camper, die Gemeinde nicht um den massenhaft herumliegenden Müll. Das war auch in Vorkrisenzeiten nicht anders. Warum das so ist, bleibt wir ein Rätsel…

Wendepunkt unserer Fahrt ist das Thermalbadezentrum zwischen Paliouri und Nea Skioni direkt über dem Meer. Es ist zwar einfach, aber relativ modern. Wieder stellt sich die Frage, warum Griechenland seine zahlreichen Thermalbäder im Ausland nicht besser vermarktet. Aber die griechische Unfähigkeit, gutes Marketing zu betreiben, ist ja mit ein Grund für die griechische Wirtschaftskrise…

Jetzt widmen wir uns in den Badeorten an der Ostküste der Kassandra: Pefkochori, Chanioti, Polichrono und Kriopigi. Die Speisekarten in den Tavernen dort sind fast alle auf Bulgarisch, Russisch, Ungarisch und Tschechisch. Touristen aus dem westlichen Europa gibt es dort kaum noch. Ich habe aber auch schon früher nicht verstanden, warum man ausgerechnet dort Urlaub machen sollte. Außer Afytos gibt es für mich auf der Kassandra keinen wirklich empfehlenswerten Urlaubsort!

So sind wir froh, nach einem mittelmäßigen Abendessen in Kallithea abends wieder in Afytos zu sein.Da hat direkt am Kirchplatz ein neues Musik-Kafenío aufgemacht, das >Boyata<. Der Wirt ist selbst leidenschaftlicher Musiker, jeden Abend wird hier umtouristische griechische Live-Musik geboten – ein weiterer guter Grund, ein paar Nächte in Afytos zu verbringen.

 

Tag 3 – Mittwoch, 2.9.2015
Heute auf dem Programm: Die Westküste der Kassandra-Halbinsel, dann Weiterfahrt nach Nikita auf der Sithonia. Überall Kurzchecks für die Reiseführer. Fazit: Überall nur kleine Veränderungen. Wichtig für die Bücher, aber nicht für dieses Reise-Tagebuch.

Dazu gelernt in der Fischtaverne >To Steki  tou Vassila< in Possidi. Seniorchef Vassili, Zeit seines Lebens Fischer, sitzt mit nacktem Oberkörper bei uns am Tisch und betont noch einmal, dass in seiner Taverne niemals Musik gespielt würde. Für akustische Untermalung sorgt hier das Meer mit seiner mal schwachen, mal starken Brandung. Tolles Motto für eine Fischtaverne an der Ägäis, nachahmenswert! Dann kommt Sohn Jannis, ganz Fischtavernenwirt. Er will nicht, dass seine Gäste nach der Speisekarte bestellen. Sie sollen an die prall gefüllten Kühlschränke kommen und sich ihren Fisch unbedingt persönlich auswählen. Von den gängigen Arten, die es meist nur aus Zuchtstationen gibt, hat er fast immer auch wilde Exemplare vorrätig. Er erklärt, woran man den Unterschied vor allem erkennt: Zuchtfische haben nur sehr glatte Schuppen, Wildfischschuppen fühlen sich viel rauer an! Und er macht auf einen Trick der Restaurantbesitzer beim Muschelverkauf aufmerksam. Muscheln werden von den Züchtern immer in portionierten Klarsichtpackungen geliefert. Die bekommt in den meisten Tavernen kein Gast zu Gesicht. Bei ihm wählt sich der Gast seine Portion aus dem Kühlschrank auf und kann dabei auch das zu jeder Packung gehörende Etikett mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum lesen. Stoltz ist Janine darauf, dass in seinem Kühlschrank die Muschelpackungen mit dem Etikett nach oben liegen – anderswo liegen sie andersherum, so dass der Gast nicht automatisch auf Haltbarkeitsdatum gucken kann…

 

Tag 4 – Donnerstag, 3.9.2015
Elisa hat ihr Gepäck geschultert. Heute abend wird sie nicht bei uns im tollen, aber einfachen Hotel Marina in Nikiti übernachten, sondern im Luxus-Hotel Danai Beach, wo ihre Suite normalerweise 1800 Euro/Nacht kostet. Wir hatten die Einladung der PR-Agentur des Hotels vorliegen – Elisa soll auch mal das Upper End der touristischen Fahnenstange kennenlernen.

Zuvor aber ist sie noch mit mir unterwegs.  Zwei Frauenklöster stehen zunächst auf dem Programm. Im zweiten, dem Kloster Evangelismos bei Ormylia, stehen wir punkt 10 Uhr vor der Tür, als eine Nonne gerade die Pforte für Besucher öffnet. Ich erkläre Elisa zunächst die Fresken in der kleinen, modernen Kapelle im Vorhof. Dann gehen wir hinüber zum Gästebewirtungsbereich. Eine junge Nonne bietet uns Wasser und Loukoumia an. Dann fragt sie uns, wie wir unseren Kaffee trinken. “Zweimal sketto”, also ohne Zucker. Nach fünf Minuten kommt sie zurück, stellt uns unsere Kaffees auf den Tisch und setzt sich zu uns. Sie stammt aus Rumänien, ist seit zwei Jahren hier im Konvent, in dem insgesamt etwa 110 Schwestern leben. Sie spricht perfekt Griechisch, ist sehr zufrieden mit ihrem Leben. Wir erfahren von ihr, dass es auch in Rumänien inzwischen zahlreiche wieder bewohnte Klöster gibt: Ceaucescu hat den Menschen den Glauben nicht austreiben können. Sie hatten ihn nur im stillen Kämmerchen geparkt.

Danach Routine-Checks in Gerakini (wo wir am Ende unserer Reise noch einmal übernachten werden), in Psakoudia und in Metamorphosis, dann setze ich Elisa im Hotel Danai Beach ab. Sie steht auf der Gästeliste, also darf ich sie bis vor die Rezeption fahren. Danach mache ich mich aus den Staub – Luxushotels sind mir ein Gräuel. Umso wohler fühle ich mich im Marina an der Marina von Nikiti bei Wirtin Julie von der Isle of Wight und Thomas aus Nikiti. Beide haben sich einst in Deutschland kennengelernt; ihre Taverne ist schon lange ein Treff von Menschen, die gut essen wollen und von Deutschen, die hier in der Gegend leben (beides schließt einander nicht aus).

 

Tag 5 – Freitag, 4.9.2015
Morgens hole ich Elisa wieder im Danai Beach ab. Sie war gestern am späten Abend “niedlich beschwipst”, wie sie sagt – kein Wunder nach drei Cocktails à 15 Euro, Champagner vom Haus und etwas Wein. Mit 30 muss man das abkönnen – sie hält den ganzen Tag über auch tapfer durch. Und einen ausführlichen Bericht über ihren Hotelaufenthalt und ihr Gespräch mit Inhaber Kai Riefenstahl veröffentlicht sie in Kürze hier auf diesem Blog…

Alle zusammen fahren wir heute die Westküste der Sithonia-Halbinsel entlang. Verändert haben sich nur Kleinigkeiten. Ein Beach Bar-Betreiber hat seine schönen Palmstrohschirme wieder durch Stoffschirme ersetzt – pflegeleichter, sagt er, und ist noch stolz drauf. Im Bergdorf Parthenonas ärgerst sich eine junge Tavernenwirten über die bulgarischen Urlauber, die mit Tüten und Beuteln anreisen, um die Bäume in den Vorgärten meist leerstehender Häuser abzuernten. In der Taverne verkauft sie auch selbst Gemachtes: Einen Lorbeer-Likör zum Beispiel. Innovativ, aber gewöhnungsbedürftig!

Unser Tagesziel ist Toroni. Wir haben nichts vorexerziert, fast alle Unterkünfte sind heute, am Freitag, komplett ausgebucht: In Bulgarien sind Herbstferien! Auch Serben, Montenegriner, Makedonien aus der FYROM und Rumänen sind massenhaft da, füllen die Hotelbetten, die Deutsche und Briten nicht mehr belegen. Dem Preisniveau hat das durchaus gut getan. Wir finden schließlich noch eine ebenerdige Wohnung direkt am Strand, nur jeweils 15 m vom Meer und von der nächsten Taverne entfernt. Drei Schlafzimmer mit zwei Doppel- und vier Etagenbetten, große Wohnküche, Bad, herrlich unaufgeräumte Terrasse, Bücherregal voller georgischer Bücher, 90 Euro/Nacht. Sieben Monate im Jahr wohnen der griechische Wirt und seine georgische Frau selbst darin, haben viel Besuch von Enkelkindern. Im Sommer ziehen sie in ein kleines Extra-Zimmer woanders im Haus und vermieten…

In der Taverne ist der Kellner stets bestens gelaunt und zu Scherzen aufgelegt. Er kommt aus Thessaloniki, hat dort Frau und fünf Kinder. Hier arbeitet er sieben Tage pro Woche von 7 Uhr morgens bis Mitternacht – wahrscheinlich für 3,50 Euro pro Stunde. Im Winter malocht  er in Holland weiter. Da hat ein Freund von ihm eine griechische Taverne…

Tag 6 – Samstag, 5.9.2015
Ich fahre mit Elisa allein hinüber an die Ostküste für Recherchen in Sarti, Kalamitsi und Sikia. In Sikia sind wir mit dem dort lebenden Deutschen Hannes Matthiassen verabredet, der schon über 20 Jahren in Sikia und Thessaloniki lebt. Er schreibt – als Hobby, nicht für den Lebensunterhalt wie wir – Bücher und bringt sie bei Books on Demand heraus. Bisher sind drei ganz persönliche Reiseführer und ein Roman dabei herausgekommen, ein zweiter Roman ist in Vorbereitung. Es ist Markttag in Sikia, fast die gesamte ausländische Community hat sich in der Taverne eingefunden. Hannes gibt mir sein neuestes Buch mit: einen flott geschriebenen, sehr gut lesbaren kleinen Reiseführer speziell für die Region zwischen Vourvourou und Porto Koufos mit Schwerpunkt auf Sarti und Sikia. Schade, das er mit 16,99 Euro doch recht teuer ist. Aber es gibt ja auch eine preiswertere Kindle-Edition (Link siehe unten).

Ich bin überrascht von der neuen, sehr schön und teuer gestalteten Uferstraße entlang der kleinen Buchten von Sikia mit ihren vielen Tavernen und ein paar netten Pensionen. Ansonsten gibt es kaum Neues.Schon gegen 16 Uhr sind wir zurück in Toroni und fahren später noch in die Ethnik Beach Bar am Tristinika Beach: Für mich immer noch die schönste Beach Bar der Chalkidiki. Im >Krifos Paradisos< in Tristinika teilen wir uns zu viert zwei leckere Grillhähnchen, 15 Euro das Stück.

Tag 7 – Sonntag, 6.9.2015
Heute wollen wir die Sithonia verlassen und weiterfahren nach Develiki, wo ich erst einmal übernachtet habe. Der winzige Weiler liegt nur wenige Kilometer und doch Welten von der touristischen Chalkidiki entfernt direkt am Meer zwischen der Sithonia- und der Athos-Halbinsel. Wir fahren die Ostküste der Sithonia entlang, checken Vourvourou und Ormos Panagias, halten kurz zum Mittagessen in Pirgadikia. In Develiki hat sich seit meinem letzten Besuch vor zwei Jahren nichts verändert. Es gibt zwei Tavernen und eine Handvoll Unterkünfte. Wir quartieren uns in den Zimmern der Fischtaverne Eleni ein: jedes Zimmer, in dem zwei Erwachsene in einem Doppelbett und zwei Kinder in einem Etagenbett schlafen können, kostet 25 Euro pro Nacht. Die sieben Zimmer liegen in einem ebenerdigen Bau mit langer Terrasse unter weit vorgezogenem Dach, die ganze Anlage erinnert an einfache staatliche Resthouses aus der britischen Kolonialzeit auf Sri Lanka. Gebäude, Mäuerchen und der Garten mit Tamarinden, Pinien, Bananenstauden, Eukalyptus und Wein zeugen von der großen Leidenschaft des Wirts: Zement in jeder Form, ob zwei- oder dreidimensional, mit Kieselsteinen zu verzieren. Sein liebstes Objekt: Variationen des Weißen Turms von Thessaloniki und Amphoren in jeder Form und Größe. Nur 30 m trennen die Betten vom Meer, am Strand ist kaum ein Mensch. Hier wollen wir zwei Nächte bleiben und endlich einmal die Recherchenergebnisse der letzten Tage untereinander austauschen und in geordnete Formen bringen. Elisa geht zuvor noch 150 m am Strand nach links zur Taverne Dionysos. Elisa hält dabei mein DuMont-Reisetaschenbuch “Chalkidiki” in der Hand, in dem ich Develiki auf Seite 162 als “Mein Tipp” besonders herausstelle. Der Wirt kommt mit den Worten auf sie zu: “Oooh, you got the magic book!” Er nennt es so, weil durch das Buch zum ersten Mal wenigstens ab und zu deutschsprachige Urlauber zu ihm kommen…

Tag 8 – Montag, 7.9.2015
Heute ist für die Wirte hier in Develiki die Touristensaison zu Ende. Schon n der Nacht hat die Familie damit begonnen, die Strandliegen, viele Tische und Stühle einzusammeln und für den Abtransport mit dem hauseigenen Pickups bereit zu stellen. Mallorca, Zypern und die Türkei lassen grüßen – da ist das ganze Jahr über Saison…
Elisa und ich sind mit unseren Aufzeichnungen beschäftigt, Elisa schreibt in meinen Denkpausen noch die Agenda (den Veranstaltungskalender) für die nächste Ausgabe der Griechenland-Zeitung, wenn sie sich nicht gerade ihren zahlreichen Mückenstichen widmet. Ich fahre mal kurz ins ca. 15 km entfernte Ierissos, um Zigaretten zu holen. Ich finde tatsächlich an einem der Kioske noch fünf Packungen meiner Marke: Camel ohne. Die sind auf dem flachen Land kaum zu bekommen, schon gar nicht dort, wo überwiegend Briten Urlaub machen. In Zypern und auf Malta – beide ehemalige britische Kolonien – gibt es schon länger überhaupt keine filterlosen Zigaretten mehr. Ob die geheime Deals mit Filterproduzenten haben?

Tag 9 – Dienstag, 8.9.2015
Zunächst fahren wir auf den touristischen, weltlichen Teil der Ethos-Halbinsel, besuchen die Himmelsstadt, Ouranoupolis. sie lebt weiterhin gut vom nicht abreissenden Strom der Athos-Pilger vor allem aus osteuropäischen Ländern. Und an der kurzen Uferpromenade mit vielen Cafés und Tavernen, darunter der Cade-Bar “Lila Pause”, hat ein Fertigbauunternehmer eine Freifläche jetzt dazu benutzt, Beispiele seiner Fertigbaukirchen aufzustellen. Kataloge liegen aus, auf einem TV-Bildschirm läuft ein Werbespot für eigene Kirchen, im Verkaufsbüro warten Berater auf Kundschaft. Die kommt vor allem aus Osteuropa. Das Unternehmen produziert seine Fertigbau-Kirchen in jeder Größe zwar bei Thessaloniki, liefert aber in alle Welt…
Dann geht’s weiter. In Ierissos sehen wir zahlreiche Poster, die sich gegen die Pläne zur Bleigewinnung aus bleivergifteten Bergbau-Abraumhalden wenden. Heute fahren wir in das Gebiet, in dem das kanadische Großunternehmen TVM diese Umweltsünde plant: Erst nach Stratoni, dann nach Olympiade, dem Geburtsort des Philosophen Aristoteles. In Stratoni steht die große Fabrik, von der aus die Erze früher auch verschifft wurden. Das ganze Dorf war einmal eine wohlhabende Bergarbeitersiedlung – heute ist sie ein äußerst öder und trostloser Ort, in dem man aber gut und preiswert essen kann. Fremde werden misstrauisch beäugt – es könnten ja Gegner der Goldgewinnung sein. Hier in Stratoni ist man nämlich wie in allen Binnenort der Handfläche der Chalkidiki dafür: Man erhofft sich Arbeitsplätze.
Im nächsten Ort, Olympiada, ist die Bevölkerung geteilter Meinung. Wer vom Tourismus lebt, ist dagegen. Wer arbeitslos ist, ist dafür. Mein Kontaktmann hier ist tausendprozentig dagegen, weil er die Gefährdung tatsächlich versteht. Er erzählt uns von den Tricks des kanadischen Unternehmens, wie sie die Unterstützung der Bevölkerung gewinnen will: So habe man bisher 2000 Menschen eingestellt, ohne sie wirklich beschäftigen zu können. Jetzt droht man angesichts der Verzögerungen mit Entlassungen und bringt so die Menschen der Region gegen die Ökologen auf…
Wir fahren weiter, erreichen die Odos Egnatia, eine der schönsten Autobahnen Europas: bestens ausgebaut, kaum Betrieb, Mautgebühr für 100 km gerade einmal 2,40 Euro. Am späten Nachmittag erreichen wir Kavala, eine der schönsten Festlandsstädte Griechenlands. Wir wohnen im Hotel Galaxy direkt am lebendigen Hafen. Das Hotel hat den schönsten Dachgarten des Städtchens mit fantastischem Blick aufs Meer und zur Insel Thasos, auf die weißen Häuser der Neustadt am Hang, auf die Halbinsel mit der der Altstadt und der Burg, aufs große türkische Aquädukt. Hier werden wir am nächsten Morgen auch frühstücken.

Tag 10 – Mittwoch, 9.9.2015
Den Vormittag verbringen wir noch in Kavala. In einer Fußgängerzone trinken wir Kaffee in einem Straßencafé. Ein junger, ärmlich aussehende Mann kommt auf uns zu, greift sich wortlos das Glas zum Kaffee gehörenden Wassers und leert es in einem Zug. Ich schiebe ihm auch das zweite Glas hin, er leert es genauso schnell und deutet nun durch ein Kopfnicken ein Dankeschön an, geht dann zügig weiter…
Unser Tagesziel ist nicht weit entfernt. Wir schauen uns zunächst ausgiebig die Ausgrabungen und das Museum des antiken Philippi an und checken dann im Hotel Jannis an den Schlammbädern (Laspoloutra) von Krinidis ein. Sie schließen um 17 Uhr, wir müssen unser geplantes Schlammbad auf den nächsten Morgen verschieben, holen uns aber noch kurz die obligatorische, kostenlose Badegenehmigung vom Badearzt und verbringen einen geruhsamen Abend unter griechischen Senioren.

Tag 11 – Donnerstag, 10.9.2015
Um 7.45 Uhr trinken wir einen Kaffee im von der Gemeinde betriebenen Kafenio direkt gegenüber dem Eingang zum Schlammbad. Um 8 Uhr ist zwar der erste Mitarbeiter der Bäder da und macht die Kasse auf, aber wir müssen noch fast 30 Minuten warten, bis auch die Bademeister da sind und wir das Bad betreten dürfen: nach Geschlechtern getrennt, denn gebadet wird nackt. Das Schlammbad selbst, ein Naturbecken von etwa 10-25 m Fläche, ist sichtfest geteilt. Zunächst muss ich 10 Minuten mit Thermalwasser duschen. Dann geht es in den Schlamm hinein. Die Schlammschicht ist mindestens zwei Meter dicht, Wasser steht nur ganz obenauf. Man sinkt aber nicht völlig ein, sondern kann auf dem Schlamm auch liegen. Wenn man sich fortbewegen oder wieder aussteigen will, braucht man allerdings die Halteseile. 30 Minuten dauert das Schlammbad, ich bin der einzige Kurgast. Danach muss der Schlamm noch 10 Minuten an der frischen Luft trocknen, dann wird er ca. 15 Minuten lang unter der Thermaldusche abgespült. Hinterher ist meine Haut nach eigenem Empfinden babyglatt, ich fühle mich wohlig ermattet und gehe Kaffee trinken. Ach ja, das Bade-Ticket hat 6 Euro gekostet…
Über das Städtchen Drama, das uns gar nicht gefällt (Sorry, ich will keinen Dramatiker beleidigen), geht es hinauf an den Rand der Rotoren, nach Paranesti. Als ich vor 2 Jahren letztmals dort war, waren die beiden modernen Hotels dort mit Polizisten belegt: Am Ortsrand sind ca. 400 Flüchtlinge in einer ehemaligen Militärkaserne untergebracht. “Frau Merkel zahlt für ihre Einsperrung, damit die nicht nach Deutschland kommen”, wurde mir damals erklärt. Damals bin ich mit Jeep und einem alten Forstarbeiter durch die Wälder bis zum Jungfräulichen Urwald direkt an der Grenze zu Bulgarien gefahren – durch eine der dichtesten Waldlandschaften Griechenlands. Jetzt beschränken wir uns auf einen einfach 14 km langen Abstecher auf kleiner, kurvenreicher Straße ins Bergdorf Prassinada. Da leben nur noch 30 ältere Menschen. Wir sprechen mit einer alten Frau, die gerade Holz hackt. Ihre Kinder leben in Drama, wollen, das sie zu ihnen zieht. Aber sie will nicht stören, will im Heimatdorf bleiben. Alle 14 Tage bekommt sie Besuch von ihren Kindern, die ihr dann Brot und Lebensmittel mitbringen.
Abends sind wir in Xanthi, gehen in die quicklebendige, von vielen Studenten belebte Altstadt. Schon hier bemerken wir die Nähe zu den Pomakochoria und den vielen Dörfern West-Therakiens mit muslimischer, türkischstämmiger Bevölkerung mit griechischem Pass: Wir sehen eine ganze Anzahl von Frauen jeden Alters mit Kopftuch.

Tag 12 – Freitag, 11.9.2015
Gleich nördlich von Xanthi beginnt eine griechische Welt, die kaum einem Griechenland-Fan ein Begriff ist. Eine fremde Welt mit Moscheen und Minaretten zwischen Tabaktrockengestellen in einem der schönsten und doch unbekanntesten Gebirge Europas – die Landschaft der Pomakochoria, der Pomaken-Dörfer. Diese Pomaken sprechen eine eigene, schriftlose Sprache, die manche als bulgarischen Dialekt einstufen. Sie sind Muslims, haben ihre eigenen Sitten und Gebräuche, trugen früher Trachten, wie man sie anderswo in Hellas nicht fand. Noch bis in die frühen 1990er Jahre hinein durften selbst Griechen diese Dörfer nur mit Sondergenehmigung besuchen – offiziell der Nähe der Grenze zum kommunistischen Ostblock wegen, in Wahrheit aber wohl auch, um die Pomaken von modernen Entwicklungen fernzuhalten. Noch im letzten Jahrzehnt gab es in dieser Region keine moderne Tankstelle, Benzin wurde aus Kanistern in die Autotanks gefüllt. Bis heute meiden die meisten christlichen Griechen diese Dörfer – sie fühlen sich dort zu fremd.
Wir haben besonderes Glück: Heute ist Schuljahresbeginn. Die Schüler gehen nur in die Schulen, um dort ihre neuen Schulbücher fürs kommende Jahr in Empfang zu nehmen, die sie dann zumeist in Plastikbeuteln nach Hause tragen. Im ersten Pomakendorf, in das wir hineinfahren, kommen die Kinder gerade aus der Schule. Die Kleineren werden von ihren Müttern erwartet, die zur Feier des Tages allesamt ihre alten Trachten angezogen haben. Ein toller Anblick! Wir fotografieren natürlich nicht, denn das hätten die Damen und vor allem ihre Ehemänner nicht gern. Der Name des Dorfes: Myki.
Als nächstes halten wir kurz vor dem größten der Pomakendörfer, Echinos. Die Straße durchteilt hier einen riesigen muslimischen Friedhof. Am Straßenrand steht hier auch ein Denkmal. Es erinnert daran, dass hier griechische Soldaten die Paßstraße Richtung Süden so heldenhaft verteidigt hätten wie damals in der Antike die Spartaner die Thermophylen gegen die heranrückenden Perser. Zwei alte Männer sitzen auf einem Mäuerchen, ich unterhalte mich mit ihnen auf Griechisch. Ein junger Mann in einem schicken Auto hält und steigt aus – er spricht perfekt Englisch. Er erzählt uns, dass er wie fast alle jungen pomakischen Männer in Griechenland keine Arbeit hätte. Er arbeitet in England, die meisten Bewohner der Dörfer wären entweder nach Deutschland ausgewandert oder würden mit Zeitarbeitsverträgen immer wieder dorthin reisen – zumeist, um auf Werften in Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu arbeiten. Wenig später sehen wir auch einen teuren Mercedes mit Bremer Kennzeichen…
Wir fahren weiter in Richtung bulgarischer Grenze bis nach Medousa. In jedem Dorf steht eine Moschee mit schönem, schlanken Minarett. Als wir in Medousa ankommen, ruft gerade der Muezzim zum Freitagsgebet. Die paar Alten, die noch im Dorf leben, lassen sich viel Zeit, ihm zu folgen, aber alle gehen irgendwann hin. Sonst haben sie als Unterhaltung ja auch nur türkische Fernsehsender (die verstehen sie besser als die griechischen).
In fast jedem Dorf gibt es auch ein unscheinbares Kafenio, meist ohne jedwedes Namensschild, und manchmal sogar ein angeschlossenes Pantopoleio. Die meisten Waren sind griechisch, aber in einem Kafenio bekommen wir auch Cola aus Bulgarien serviert – ist wahrscheinlich billiger im Einkauf. Wir kommen zwar mit keinem Pomaken wirklich ins Gespräch, aber nett und freundlich sind sie alle. .
Gleich mehrere Tavernen und sogar Fremdenzimmer gibt es nur in einem einzigen Ort: Loutra Thermon. Da sprudeln heiße Quellen, man kann Thermalbäder nehmen. Wirte und Personal der Bäder sind Pomaken. Würde ich ein par Tage bleiben, käme ich hier bestimmt gut mit den Leuten ins Gespräch – aber ich bin ja nicht hier, um eine Story über die Pomaken zu recherchieren. Wäre aber auf jeden Fall lohnenswert – und würde mir in Griechenland sicher einigen Ärger bescheren.
Zum späten Mittagessen sind wir wieder in Xanthi, essen in der Taverne Xanthippi oberhalb der Stadt. Hier gibt es thrakische Spezialitäten, die sonst kaum irgendwo zu haben sind. Danach steuern wir über die Autobahn wieder Richtung Westen, besuchen noch kurz das Café Nestos im Nestos-Delta und sind dann zum Abendessen und zur Übernachtung in Keramoti, dem wichtigsten Fährhafen für die Insel Thassos. Keramoti ist ein echter Fischerhafen, in dem auch größere Trawler beheimatet sind. Hier kann man ausgezeichnet Fisch essen: Ich bestelle meinen Lieblingsfisch: Rochen. Isst sich wie eine Scholle und ist mindestens ebenso lecker.

Tag 13 – Samstag, 12.9.2015
Vorbei am Flughafen von Kavala, in dessen Umgebung viel Spargel für Deutschland und auch Kiwis angebaut werden, erreichen wir wieder die Autobahn und fahren gen Westen. Kurz hinter der Mautstation machen wir auf einem Autobahnrastplatz griechischer Art Rast. Auf dem Rastplatz gibt es zwar ein einfaches Toilettengebäude, aber weder Tankstelle noch Restauration. Die übernehmen zwei >Kantinas<, rollende Imbissbuden. Die dürfen allerdings nicht auf dem Rastplatz stehen. Also haben sie direkt auf der anderen Seite des niedrigen Zauns Aufstellung gefunden. Der Kunde steht und sitzt auf dem Rastplatz, die Kantina selbst aber steht auf Gemeindegrund. Ob sie wenigstens dafür eine Genehmigung hat, ist nicht festzustellen. Die Wirtin jedenfalls ist nett und in Deutschland geboren, Hot Dog und Kaffee sind gut und billig.
Nächster Stopp: Eine Taverne direkt am zweitgrößten natürlichen See Griechenlands, in Mikri Volvi am Volvi-See. Auf der Karte: Karpfen, Hecht und Aal aus den See. 10 Euro die Portion, also recht preiswert. Ein alter Mann erzählt von früher: Noch vor 60 Jahren lebte hier fast die gesamte Bevölkerung vom Fischfang und der winterlichen Entenjagd. Enten gibt es jetzt nur noch als Zier-Watschler, der Wirt dieser Taverne hat sogar 100 Enten-Exoten aus China zur Unterhaltung seiner Gäste importiert. Sie fressen einem das Brot sogar aus der Hand. Auf der Weiterfahrt halten wir noch kurz an den Nymphopetra, einer einzigartigen Landschaft aus Miniatur-Felsen, und steuern dann das Bergland der Chalkidiki und dort das große Dorf Arnea an. Am unteren Dorfrand von Arnea herrscht viel Betrieb in der Taverne an der Kirche Agia Paraskevi. Wir essen hier und verstehen, warum. Die Waldkartoffeln mit Trüffeln aus dem Cholomondas-Gebirge sind super, der Salat ist knackfrisch und riesig, die gefüllte, kalte Aubergine ein Gedicht. Kein Wunder, dass hierher auch gern Popen mit ihren Familien kommen…
Danach schauen wir uns Arnea an. Der Ort hat sich in den letzten drei Jahren ganz fein herausgeputzt. Viele Häuser sind frisch restauriert und gestrichen. Ich ahne, warum. Arnea ist ein starker Unterstützer der kanadischen Firma, die Gold in dieser Region gewinnen will, betreibt sogar eine eigene Facebook-Seite mit Unterstützungsparolen…
Am späten Nachmittag kommen wir in Gerakini an, einem Küstenort zwischen den chalkidischen Halbinseln Kassandra und Sithonia. Wir wohnen wie immer im kleinen Hotel Olympion Beach direkt am Strand.

Sonntag, 13.9.2015
Unser Ziel des Tages: Die Taverne Sogambros an der Ilias-Kapelle auf dem Cholomondas zwischen Taxiarchis und Arnea. Wirt Sogambros hat seine Geburtstagsfeier extra vom 3. auf den 13. September verlegt, damit ich dabei sein kann. Er ist 83 geboren. In den letzten beiden Wintern hat er uns jeweils für drei Tage zusammen mit seinem Sohn Christos in Bremen besucht, heuer war auch Schwiegertochter Anna dabei. Sie hat zwei Geburtstagstorten vorbereitet, dekoriert nach Wünschen von Sogambros: Auf der einen ist das Wort >Bremen< zu lesen, darunter der Bremer Schlüssel zu sehen. Die andere ist mit den Umrissen der dreifingrigen Chalkidiki verziert. Wir sitzen draußen in seiner Waldtaverne, viele griechische und ausländische Gäste sind da. Manche geladen, manche zufällig. Salat, Wildschweinkoteletts und -Bratwürste werden en masse aufgefahren, Wein steht zur Selbstbedienung auf dem Tisch. Sogambros ist fröhlich wie immer, Sohn Christos greift gelegentlich zur Bouzouki, viele Fotos werden geschossen. Nach vier Stunden ist die Feier vorbei. Für heute Nacht hat uns Christos seine Wohnung in Polygyros mit drei Schlafzimmern zur Verfügung gestellt. Er, seine Frau und Tochter Maria sind in die Nachbarwohnung gezogen, die Annas meist in Thessaloniki lebender Schwester gehört.

15. Tag, 14.9.2015
Um 8 Uhr starten wir in Richtung Makedonia Airport, sind schon um 9 Uhr dort. Ryan Air startet pünktlich, doch zuvor ist noch Zeit für Einkäufe in der Abflug-Area. Ich kaufe stangenweise Camel ohne. Hier kostet die 20-er Packung 4,10 Euro, zu Hause zahle ich für die 19er-Packung 5,70 Euro. Da lacht der Raucher: durch die Ersparnis beim Zigarettenkauf ist mein Flugticket finanziert…

 

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