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Reisetagebuch: Vier Tage auf Amorgos Ende Mai 2017

Von Klaus Bötig | 5.Juni 2017

Nach vielen Jahren bin ich mal wieder auf Amorgos: Erst zwei Nächte in Egiali, dann zwei Nächte in Katapola. Mit dabei: meine Frau Christiane und unsere Freundin Gila.

Donnerstag, 25. Mai 2017

06:40. Aus Astypalea kommend, legt die Blue Star Naxos in Egiali an. Wir gehen sofort ins erste Hotel direkt am Anleger, das Mike (gesprochen Mi-Ke, nicht Maik; DZ m. F. 47 €, EZ 34 €). Schöne Zimmer, Balkon zum Meer hin. Inhaber Theodoros hat ein Fotobuch zur Hotelgeschichte ausgelegt. Sein Grossvater hat 1954 mit drei Zimmern über seinem Kafenio angefangen. Schon 1956 hat er fünf Zimmer mehr geschaffen und das Kafenio in ein Restaurant umgewandelt. Die Kellner trugen weiße Jacken und Fliege, die Zimmermädchen weiße Schürzen. 1970 kamen zwei weitere Zimmer hinzu, jetzt sogar mit eigenem Bad. 1991 erhielten alle Zimmer Dusche/WC. 2010/11 hat Erbe Theodoros das Hotel dann total modernisiert – sehr liebevoll und voller Respekt für seinen Opa. Wir fühlen uns hier sauwohl!

11:30 Nach 10 Minuten reiner Gehzeit endet unser dreistündiger Ortsbummel am Ortsstrand, nur 159 m von Hotel und Anleger entfernt. Tamariskenschatten, feinster Sand auch noch im Wasser. Meine Mädels gehen ins Wasser, ich ins Strandcafe. Im Nachbarhaus singt ein gemischter Chor Hare Krishna-Gesänge. Nicht mehr ganz junge Frauen, gekleidet, als würden sie gleich im Musical “Hair” auftreten, sind mir ebenso wie drei Yoga-Anbieter schon beim Ortsrundsitzen aufgefallen. Auch zwei Massage- und Wellness-Institute gibt es im Ort, dazu Sessions in Astronomie, Astrologie und Tai Chi. Am Strand spielt gerade jemand Gitarre, im Wasser steht eine Gruppe schweigend im Kreis. “Healthy Smoothies gibt’s überall. Ich bin beim Wein geblieben, habe kleine Häppchen dazu bekommen und fürs Viertele 1,50 € bezahlt. Danach hat mit die aus Thessaloniki stammende Wirtin des Cafe Argo auch noch einen kretischen Raki ausgegeben.

16:30 Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf entdecken wir eine zweite Art von Egiali-Urlaubern: Wanderer. Die Wege hier sind bestens ausgeschildert, markiert und gepflegt, erzählt man uns. Sehr große, detaillierte Wanderkarten hängen in allen Orten aus. Man kann sie abfotografieren und hat sie so stets zur Hand.

17:00 Bei Jannis, der sich die Zeit mit Kreuzworträtseln vertreibt, hängen schöne Sonnenhüte. Christiane setzt sich einen auf, ich frage nach dem Preis. “14 Euro”, sagt Jannis. Gila setzt sich jetzt auch einen auf. Ich frage, was zwei kosten. “25″, sagt Jannis. Nun setze ich mir auch noch einen auf. “Die Hüte sind nur für Frauen”, sagt Jannis vorbeugend.

22:00 Wieder mal zuviel geraucht. Ich frage den Wirt der Bar, in der ich sitze, ob er eine Zigarette für mich hat. Er dreht mir zwei…

Freitag, 26.5.2017

10:30 Wir fahren mit dem Inselbus ins Dorf Langada hinauf, ohne auszusteigen gleich wieder nach Egiali zurück und ohne auszusteigen gleich weiter ins Dorf Tholaria hinauf Gesamtfahrzeit 20 Minuten. Preis pro Strecke 1,70. Ich habe gleich beim Einsteigen neun Tickets verlangt und bezahlt und acht bekommen – ein Ticket bleibt also unversteuert.

11:00 Wir sitzen in Tholaria im Kafepantopolio “I Kali Kardia”. Alle paar Minuten kommt jemand mit einem oder zwei Eseln vorbei. 15 Esel gibt es noch im Dorf, wird mir erzählt.

12:15 Ein Bauer mit Esel kommt uns auch auf der 45-minütigen Wanderung auf altem Pfad hinunter nach Egiali entgegen. Wir schauen uns noch den Campingplatz an, essen und baden.

20:00 In der Taverne “To Limani tis Kyra Katina” wird heute abend wie an jedem Freitag thailändisch gekocht. Die Frau von Wirt Panayotis ist eine Thai. Begeistert sind wir von ihren Kochkünsten nicht, aber hier auf Amorgos muss sie natürlich auch auf viele Originalzutaten verzichten. Auf jeden Fall war es eine willkommene Abwechslung.

Samstag, 27.5.2017

11:15 Egiali hat uns allen dreien sehr gut gefallen. Jetzt geht es mit dem Linienbus in gut 45-minütiger Fahrt über die Berge in den zweiten Hafenort der Insel, Katapola (2,80 €).

12:05 Eine Minute von der Busendhaltestelle und ebenso weit vom Fährkai entfernt bekommen wir in der Pension Porta Kataüola ein nettes Dreibettzimmer für 35 €. Auf allen drei Betten liegen je ein Tütchen mit Bergtee und mit Sesamkügelchen als Gastgeschenk. Icu unterhalte mich mit dem etwa 70-jährigem Vater des Wirts. Er hat Jura und Ökonomie studiert, hat anfangs in einer Anwaltskanzlei gearbeitet. Da war er 10 Stunden täglich eingespannt. Darum hat er zu einer Bank gewechselt. Da war täglich um 14:30 Uhr Dienstschluss. Mit 55 ging er in Rente, pendelt jetzt zwischen den Kindern in Piräus und auf Amorgos.

12:45 Auch in Katapola entdecken wir die große Wanderkarte und Wanderegweiser, zB zu den 30 Gehminuten entfernten Überresten der minoischen Siedlung Minoa. Ich war früher schon mal da, drum können wir uns jetzt guten Gewissens zum Mittagessen begeben.

14:00 Zwischenfazit: Egiali hat uns sehr viel besser gefallen. Wir gehen schlafen.

17:00 Wir treffen unsere Freunde Steffi und Christoph aus der Gegend um Hildesheim, die ich vor 20 Jahren auf einer griechischen Insel kennenlernte. Sie sind Fans der Kleinen Kykladen. Je drei Amstel zum Einstieg sind üblich.

19:00 Wir gehen ein paar Schritte ins Restaurant Kapetan Dimos. Hier wird kreativ griechisch gekocht. Das Moussaka ist hier rund: Die üblichen Auberginenscheiben sind senkrecht gestellt und bilden den Rand.

23:00 Und wieder nur ein paar Schritte weiter sind wir im Bett.

Sonntag, 28.5.2017

10:30 Mit dem Linienbus geht es an die Südküste der Insel zum spektakulär an einer Felswand hoch über dem Meer klebenden Kloster Chozoviotissa aus dem 11. Jahrhundert. Von der Bushaltestelle sind es noch 20 Minuten absolut schattenloser Anstieg zu Fuß. Im Kloster leben noch drei Mönche. Die bekommt man aber nur selten zu Gesicht. Die Besucherbetreuung haben drei “Zivilisten” übernommen, die sie auch mit einem Schnäpsle und Loukoumi bewirten.

13:15 Mit dem Linienbus fahren wir hoch in die Chora. Vor fast 20 Jahren war ich zum letzten Mal da. Ich erkenne sie kaum wieder. Die schmale Hauptgasse ist zur niveauvollen Flaniermeile mit etlichen Kunstgewerbeläden, schönen kleinen Cafés und Bars geworden. Nicht überspannt wie auf Mykonos oder Santorin, nicht trubelig wie auf Rhodos, Kos oder Paros – einfach nur stilvoll schön.

14:45 Wir fahren mit dem Bus wieder nach Katapola hinunter. Der Bus wurde gebraucht in Deutschland gekauft. Ein Schild bittet noch auf Deutsch darum, während der Fahrt nicht mit dem Fahrer zu sürechen. Das wäre aber phnehin nicht möglich: Er telefoniert pausenlos.

15:15 Picknick auf dem Balkon, dann Mittagsschlaf.

Montag, 29.5.2017

7:00 Wir fahren mit der Adamantios Korais von Zante Ferries weiter nach Nacos. Unterwegs legt diese Autofähre in Koufonissi, Schinoussa und Iraklia an. Auf jedem dieser Inselzwerge kommt ein Müllwagen an Bord, um seine Fracht auf der Müllkippe der großen Insel Naxos zu entleeren.
An Bord lerne ich die schon lange in Griechenland lebende Schweizerin Gabi Hess kennen, die hier im Frühjahr und Spätsommer ihre eigenen Wanderreisen über verschiedene Inseln veranstaltet. Die Teilnehmer sind zumeist recht muntere Schweizer, aber auch Deutsche und Österreicher mit guter Kondition sind willkommen. Ihre Homepage: www.gabihessreisen.ch

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