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Sarria – Die wahre Trauminsel?

Von Klaus Bötig | 18.März 2012

 Wer auf den griechischen Inseln vom Tourismus lebt, verdient im Winter meist kein Geld und wartet sehnsüchtig auf die ersten Fremden. So wie der umtrieebige Nikos, Zimmervermieter und Bootsbesitzer in Diafani im Norden von Karpathos. Es war erst Mitte März, ich musste dringend hinüber zum unbewohnten Eiland Sarria mit den rätselhaften Resten eines mittelalterlichen Dorfes, wie es auf Hellas kein zweites gibt. Vielleicht stammt Sarria noch aus Saraszenenzeiten im 8. oder 9. Jahrhundert. Eine Reisezeitschrift hatte eine kleine Reportage darüber bestellt.

Nikos war bereit, mich für einen horrenden Preis hinüber zu bringen. Die beiden anderen schon in Diafani anwesenden Ausländer waren begeistert, mitkommen zu können und notgedrungen gewillt, mit zu bezahlen. Pünktlich um 9 Uhr am nächsten Morgen stiegen wir in Nikos altes, offenes Motorboot.  Immer ganz dicht an der Steilküste entlang ging es nach Norden. Schon nach 20 Minuten verteilte der Skipper Eimerchen. Die Bilgenpumpe schaffte es nicht mehr, das ins Boot irgendwo eindringende Wasser abzupumpen. Wir Passagiere mussten ran und fühlten uns wie Galeerensklaven.

Drei sonnige Stunden auf Sarria entschädigten uns für die Plackerei. Doch zurück mussten wir von Anfang an ans Hilfswerk.  Der Wind hatte aufgefrischt, uns war mulmig zu Mute. Nach 90 Minuten kam die Mole von Diafani in Sicht. Auf der Mole stand Nikos ganze Familie. Als wir anlegten, war sie sichtlich erleichtert, dass wir das Boot über Wasser gehalten hatten. Auch Nikos war jetzt wieder ganz entspannt – durch die mutige Fahrt hatten wir ihm eine neue Bilgenpumpe finanziert. Zum Dank lud er uns zum Ouzo ein. Die Saison konnte beginnen…

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Ein Kommentar to “Sarria – Die wahre Trauminsel?”

  1. Katharina meint:
    18.März 2012 at 18:30

    Da bekommt man sofort Sehnsucht nach Diafani…

    Aber “der alte Nikos” – na na, so alt ist er doch noch gar nicht, der gute Nikos O., der uns zwei wunderbare (und schöpffreie) Touren bescherte. Und das dicke Geldbündel, das er in der Hosentasche trägt, ist mir auch noch gut in Erinnerung :-)

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