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Tagesausflug von Korfu nach Ioannina – geht das?

Von Klaus Bötig | 14.Dezember 2016

Der sächsische Söldner Graf von der Schulenburg und der zyprische Ex-Bischof Spiridonas haben Korfu anno 1669 vor der Islamisierung bewahrt. Wäre ihnen das nicht gelungen, sähe die Inselhauptstadt heute vielleicht ein wenig so aus wie das nahe Ioánnina auf dem griechischen Festland. Wer sich das als Korfu-Urlauber auf eigene Faust anschauen will, kann es tun.

Der Tag wird allerdings strapaziös. Tut auch ‘mal gut. Die aktuellen Fahrpläne im Internet gecheckt, die Fahrkarten direkt am Anleger und am Busbahnhof gekauft, geht es in aller Frühe los. Kaffee, ein Croissant oder einen Toast an Bord, dann exzellente, tunnelreiche Autobahn durchs Gebirge. In Ioánnina gehen Sie zu Fuß vom Busbahnhof hinunter zur Platía Mavíli am Bergsee und schon beginnt die Erholung. Ein kleines Motorschiff bringt Sie hinüber zum Inselchen Nissáki. Die Silhouette der Altstadt von Ioánnina wirkt vom Schiffchen aus wie ein Traum aus 1001-Nacht. Über Grünanlagen und Stadtmauern ragen die Kuppeln von Moscheen heraus, strecken sich Minarette Allah entgegen.

Auf dem autofreien Inselchen schlendern sie durchs absolut ländlich wirkende Dorf  mit schnatternden Gänsen und gackernden Hühnern in zehn Minuten zum ehemaligen Kloster Pandelímonas aus dem 16. Jh. und schauen sich das Zimmer an, in dem die Häscher den renitenten Lokalhelden Ali Pascha 1822 im Alter von nur 47 Jahren ermordeten. Der Wärter erzählt Ihnen die Geschichte dazu. Dann fahren Sie wieder zum Anleger an der Platía Mavíli zurück, wo sie in gut gestylten Cafés und Tavernen Kraft schöpfen für Ihren Altstadtrundgang.

Der führt Sie durchs Haupttor auf altem Pflaster an den Ruinen eines Türkischen Bades aus dem späten 17. Jh. vorbei zur 1619 erbauten, gut restaurierten Asla Pascha-Moschee. Es beherbergt heute das modern gestaltete Städtische Museum mit vielen Trachten, Waffen und Silberschmuck aus dem 18./19. Jh. Anschließend geht es leicht bergan zur im 15. Jh. erbauten Fethije-Moschee hinauf und genießen den prächtigen Blick auf den See und die bis zu 1800 m hohen Berge dahinter. Vor dem Eingang zur Moschee wird das schlichte Grab des Ali Pascha bis heute in Ehren gehalten. Sein Schädel liegt übrigens nicht im Grab: Den sandten seine Mörder dem Sultan in Konstantinopel.

Zurück zum Busbahnhof machen Sie einen kleinen Umweg, gehen die Hauptstraße Odós Averóff hinauf bis zum Uhrturm. Rechts der Hauptstraße liegt das alte Bazarviertel von Ioánnina. Hier sitzen noch viele Silberfiligranschmiede in ihren kleinen Ladenateliers: Für diese Art der Juwelierskunst ist Ioánnina in ganz Hellas berühmt. Am osmanischen Uhrturm aus dem Jahre 1905 wenden Sie sich wieder nach rechts , wo der Bus nach Igoumenítsa schon auf  Sie wartet. Damit er Sie auch garantiert mitnimmt, haben Sie die Tickets ja schon gleich bei Ihrer Ankunft in Ioánnina gekauft.

 

INFOS

Fähre: Ab Kérkira 6.30 Uhr, ab Igoumenítsa 20:30 Uhr, ca. 20 € hin und zurück, www.gtp.gr

Busfahrt: 81 km, ca. 90 Minuten, ca. 18 € hin und zurück. Ab Igoumenítsa 8.30 Uhr, ab Ioánnina 17:30 Uhr, www.ktel-thesprotias.gr

 

KULINARISCHES FÜR ZWISCHENDURCH

Fysa Rúfa: Schlichte, rund um die Uhr geöffnete Taverne mit Riesenauswahl am Warmhaltetresen, auch im Sommer viele Suppen und vegetarische Gerichte.

Odós Averóff 55, T 2651026262, Hauptgerichte ab 6 €

 

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