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Unbekannte Fthiotida

Von Klaus Bötig | 5.Juli 2011

Wo Land und Meer sich durchdringen

Heiße Quellen und schöne Panoramen sind der Trumpf der Fthiodtida

Die Fthiotida war für die meisten Autourlauber bisher ein reines Durchgangsland. Man nahm nicht einmal den für Deutsche schwer auszusprechenden Namen dieser Landschaft war, fährt meist achtlos an ihrer Hauptstadt Lamia nahe der Autobahn Thessaloniki – Athen vorbei. Nur ein Stopp ist obligatorisch: der an den Thermopylen. Hier fand 480 v.Chr. ein für ganz Europa bedeutender Kampf zwischen Spartanern und Persern statt. Den zahlenmäßig weit unterlegenen Griechen gelang es im Gefecht bis zum letzten Mann, die Asiaten für einige Tage auf ihrem Marsch gen Athen aufzuhalten. So konnten sich die Athener organisieren und schließlich die Perser bei Salamis und Platäa schlagen. Heute erinnert ein fotogenes Denkmal an jene historische Schlacht, die vielen Generationen deutscher Gymnasiasten vor allem durch ein von Friedrich Schiller übersetztes Epigramm des antiken Dichters Simonides bekannt wurde: >Wanderer, kommst Du nach Sparta, verkündige dorten, Du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl<..

  Nur ein paar hundert Meter davon liegen heiße, schwefelhaltige Quellen. Sie dampften und sprudelten auch schon in der Antike, verhalfen der Gegend zu ihrem Namen >Heiße Tore<. Hinter der modernen Kuranlage, in der man für wenig Geld im warmen Thermalwasser baden kann, stürzt ein algenbesetzter Wasserfall eine kleine Felswand hinab. Die Luft ist von Dämpfen und Schwefelgeruch erfüllt, Fumarolen steigen aus einem Bach und den umliegenden Feldern auf.

  Heiße Quellen, die zu Kurzwecken genutzt werden, gibt es auch anderswo in der Fthiotida. In ganz Griechenland bekannt sind der direkt am Meer gelegene Kurort Kamena Vourla und die in den Bergen gelegenen Heilbäder Damasta, Loutra Kaitsas, Platystomo und Loutra Ypatis. Hier kann man ganz schnörkellos für wenig Geld kuren und dabei griechische Ursprünglichkeit kennen lernen.

  Auch für den eiligen Autoreisenden lohnt auf jeden Fall die Provinzhauptstadt Lamia mit ihren 46 000 Einwohnern einen Aufenthalt. Hauptsehenswürdigkeit der Stadt, in der der Legende nach der homerische Held Achilles geboren wurde, ist ihre Burg an der Stelle der antiken Akropolis. Teile des Mauerwerks stammen aus dem 13. Jh. Die Gebäude im Innern dienten seit der Zeit Otto I., des ersten neugriechischen Königs, bis zum Zweiten Weltkrieg als Kaserne. Seit 1994 ist im Obergeschoss der Hauptkaserne ein kleines Archäologisches Museum eingerichtet. Es präsentiert sehr anschaulich Schmuck, Waffen und Rüstungsteile aus den letzten beiden vorchristlichen Jahrtausenden und rekonstruierte Dachformen antiker Gebäude.

  Von der Burg aus wird auch der landschaftliche Reiz der Fthiotida gut deutlich. Der Blick fällt über die Dächer der Stadt auf ein weites Schwemmland, das auf drei Seiten von hohen Bergen umgeben ist. Besonders markant sind der 1726 m hohe Othrys und der 2152 m hohe Oiti auf der anderen Seite der Sperchios-Ebene, deren Gipfel oft noch bis in den  Mai hinein schneebedeckt ist. Zur vierten Seite hin öffnet sich das Schwemmland zum Nördlichen Euböischen Golf. Hier durchdringen sich Land und Meer, verschmilzt das Festland mit dem Nordzipfel der Insel Euböa.

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