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Urlaub auf den Kykladen – ein Überblick

Von Klaus Bötig | 24.April 2012

Griechenland wie aus dem Bilderbuch. Weiße Dörfer hoch über dem Meer. Kleine Kirchen auf schroffen Gipfeln, kleine Klöster direkt an der Ägäis. Romantische Fischerhäfen, moderne Marinas, Badebuchten überall. Sandige Party-Strände und wilde Steilküsten, ein unvergleichliches Licht. Überall spannende Geschichte und bunte Gegenwart. Ein Archipel der Gegensätze, durch Schönheit vereint.Die 25 bewohnten Inseln des Kykladen-Archipels liegen im Zentrum der Ägäis und sind sowohl mit Piräus als auch untereinander bestens verbunden. Das macht sie ideal für Inselspringer. Ganz bequem sind Mykonos und Santorin von Deutschland aus direkt mit dem Flugzeug zu erreichen. Reiseveranstalter bieten die Kurzform des Island-Hoppings wohl organisiert: Von Santorin über Naxos und Paros nach Mykonos oder umgekehrt. Wer mehr von den insgesamt 25 bewohnten Inseln sehen will, bucht eine Kreuzfahrt, chartert eine Yacht oder steigt in Piräus auf die Fähre und lässt sich ganz einfach von Erlebnis zu Erlebnis tragen.

 Mykonos…

Mykonos zieht seit Jahrzehnten mit viel Glamour  und Ursprünglichkeit zugleich Promis aus aller Welt in seinen Bann. Das Inselstädtchen Chora ist ein kykladisches Labyrinth: Kubische Häuser mit bunt gestrichenen Türen und Fensterläden säumen enge, gewundene, stets frisch geweißelte Gassen. Galeristen, Schmuckdesigner, Modeschöpfer und eine Vielfalt gepflegter Bars und Tavernen machen jeden Bummel zum kosmopolitischen Erlebnis. Im Viertel Klein-Venedig brandet die Ägäis sanft an jahrhundertealte Hausmauern, von den winderprobten Mühlen mit ihren Segeltuchbespannung überblickt man das Städtchen und seine Häfen. An der Südküste reiht sich Strand an Strand, zwischen denen Boote wie anderswo Busse hin und her pendeln. An manchen beginnt die Beach Party schon vor Sonnenuntergang und endet erst im Morgengrauen, an anderen widmet man alle Kraft dem Wassersport. Wer Einsamkeit sucht, findet sie im menschenleeren Norden und Osten.

… und Santorin

Santorin ist unvergleichlich. Mensch und Natur haben aus der Insel in seltenem Einklang ein Gesamtkunstwerk geschaffen. Santorin ist ein Vulkan. Vor etwa 3500 Jahren explodierte er, hinterließ einen viele hundert Meter tiefen Krater. Die Ägäis brach von Norden und von Süden her in diese Caldera ein, machte sie zum sicheren Hafen. Direkt an und auf den über 300 Meter hoch aus dem Wasser aufsteigenden Kraterrändern erbauten die Menschen später ihre schneeweißen Dörfer wie Fira und Ia. Sie funkeln nacht als langes Lichterband unterm Sternenhimmel. Hotels, Tavernen und schicke Bars sind teilweise in die Lava hineingebaut, auf ihren Terrassen scheint man zwischen Himmel und Erde zu schweben. Nicht umsonst ist Santorin bei Honeymoonern so beliebt: Hier ist man dem 7. Himmel ganz nah. Auf Strände muss man trotzdem nicht verzichten. Auf der östlichen Inselseite kann man sich wahlweise auf feinem Sand oder grauer, schwarzer und sogar roter Vulkanasche in Helios Fänge begeben.

Naxos…

Zwischen dem weltberühmten Mykonos und Santorin liegen die viel größeren Inseln  Paxos und Naxos wie stille, bescheidenere Schwestern mit ihren verborgenen Schönheiten im Zentrum der Ägäis. Naxos ist die größte der Kykladen und trägt mit dem 1004 m hohen Zas ihren höchsten Gipfel. Im Mittelalter war es Sitz eines Herzogtums, das den ganzen Archipel umfasste. Im Burgviertel der Hauptstadt Chora ist diese Zeit ganz lebendig geblieben. Gleich am südlichen Stadtrand beginnt ein über 20 km langes Band feinsandiger Strände mit urigen Tavernen unter schattigen Tamarisken und Wacholderbäuschen in ausgedehnten Dünenstreifen. In den alten Olivenhainen der Tragea-Ebene verstecken sich uralte Dörfer mit kostbaren byzantinischen Kirchen, an der Ostküste sind in wilder Küstenszenerie die Spuren des noch immer sporadisch betriebenen Schmirgelabbaus zu erforschen. Jeden Tag fahren Fähren zu Naxos Trabanten: den Erimonissia, auch >Kleine Kykladen< genannt. Auf Iraklia, Schinussa, Koufonissi und Donoussa leben nur etwa 800 Menschen als Fischer und Viehzüchter. Mit ihren Booten bringen sie ihre Gäste zu vielen Stränden und zu unbewohnten Inseln. Auf denen man einen Tag lang mit sich und der Ägäis allein ist.

 … und Paros

Paros ist die sanftere der beiden Schwestern. Der Hauptort Parikia auf dem alten Burgfelsen und Naoussa mit seinem fotogenen venezianischen Hafen werben gleich erfolgreich um Urlauber, die vor allem die Strandvielfalt der Insel und ihre stillen Binnendörfer schätzen. Ein alter byzantinischer Heerweg führt Wanderer aus traditionellen Bergdörfern wie Lefkes ans Meer. Antike, mit Taschenlampe noch begehbare Marmorstollen erinnern daran, dass der parische Marmor in der Antike als der wertvollste galt. Paros hat eine Tochter: das nur zehn Fährminuten entfernte Antiparos mit seinen guten Stränden und einer Tropfsteinhöhle, deren erster deutscher Besucher der griechische König Otto aus dem Hause Wittelsbach war.   

Die westlichen Kykladen

Fernab vom Mainstream ziehen sich die westlichen Kyladen von Kea über Milos bis nach Ios hin. Kea, beliebtes Wochenendziel der Athener, lockt mit der Ausgrabung der großen prähistorischen Siedlung Agia Irini. Kythnos war schon im 19. Jh. wegen seiner Thermalquellen ein königliches Reiseziel. Auf Serifos thront die weiße Chora wie ein Traumgebilde über den Stränden auf einem Fels. Sifnos bezaubert mit den vielen alten Feldterrassen an Hügeln, die weiße Kapelle krönen, Klöstern direkt am Meer und dem Dorf Kastro, das dem Mittelalter entrissen zu sein scheint. Milos ist vor allem Naturerlebnis: Heißwasserquellen erwärmen das Meer, Schwefeldämpfe steigen aus vielfarbigen Küstenformationen auf. Säulenbasalt ist hier ebenso zu finden wie Obsidian, der begehrteste Rohstoff der Steinzeit. Am Weg nach Santorin liegen dann noch die nahezu nackten, weitgehend senkrecht aus der Ägäis aufsteigenden Eilande Folegandros und Sikinos, in deren Dörfern die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Doch selbst hier kann man baden.

Von Andros nach Amorgos

Zum Inselmosaik der Kykladen zählen noch weitere Beauties. Andros als zweitgrößte des Archipels, durch Schiffe auf allen Weltmeeren reich geworden, mit einem der bedeutendsten Museen für Moderne Kunst in der Ägäis. Die Marmorinsel Tinos, als >Heilige Insel< alljährlich Ziel Hunderttausender griechischer Wallfahrer. Syros, Verwaltungszentrum der Region, mit einer ganzjährig quicklebendigen Stadt voller klassizistischer Bauten und einem einzigartigen Industriemuseum. Ios, weit mehr als nur eine Party-Insel für die Jugend, mit einem Kykladendorf par excellence und dem legendären Grab Homers. Das raue Anafi mit seinen sagenhaften Stränden. Und schließlich Amorgos, ideal für einsame Wanderungen, mit dem 900 Jahre alten Kloster Chozoviotissa, das wie ein Adlernest in steile Felswände hoch über der südlichen Ägäis hineingebaut wurde.

Der Kultur auf der Spur

Auf Santorin haben die Archäologen unter einer dicken Bimssteinschicht bei Akrotiri eine der ältesten Städte Europas gefunden. Auf Delos, der kleinen Nachbarin von Mykonos, widmete ganz Griechenland den Göttern Tempel und Schatzhäuser, bauten Kaufleute aus Ägypten und Phönizien Villen und Tempel. Auf Milos wurde nicht nur die berühmte Venus gefunden, die Archäologen legten hier auch ein Theater und frühchristliche Katakomben frei. Auf Naxos haben Wissenschaftler den Tempel der Demeter weitgehend wieder aufgebaut, grüßt am Hafen der Chora das größte Tempeltor der Antike bis heute jeden Ankömmling. Poseidon wurde in einem Heiligtum auf Tinos verehrt. Hunderte mittelalterlicher Kirchen und immer noch bewohnte Klöster überall zeugen von der Kraft des Glaubens – und in vielen alten Kaufmanns- und Kapitänsvillen kann man sich heute als Hotelgast verwöhnen lassen. Die über 5000-jährige Kulturgeschichte der Kykladen wird auch in zahllosen Museen lebendig – so auf Mykonos, wo eine 2700 Jahre alte Vase eine anrührend naive Darstellung des Trojanischen Pferdes zeigt.

Jeder Tag anders

Morgens Yoga und Meditation, dann ein Ausritt zu Pferde, am späten Nachmittag ein Tango-Kurs am Strand und abends Opernarien in einem privaten Freilufttheater – auf Paros ist’s möglich. Eine Tageswanderung mit einem Profi-Fotografen, ein Besuch in einer Destillerie, ein Jazz-Konzert in einem jahrhundertealten venezianischen Haus – auf Naxos kein Problem. Jeden Abend eine Weinverkostung zum Sonnenuntergang in hohen Lavastollen, ein Bad in heißen Quellen – Santorin ist dafür das richtige Ziel.

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