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URLAUBSTIPPS FÜR WEST-THRAKIEN

Von Klaus Bötig | 15.Dezember 2011

 

 Die griechische Region zwischen dem Nestos und dem Evros ist ein Reiseziel für Abenteurer und Entdecker. Ein Hauch von Exotik liegt in der nordgriechischen Luft. Hinter leere Strände singt oft noch die Nachtigall. Naturerlebnis ohne Ende, grandiose Stille an antiken Stätten sind herrliche Ferieningredienzien.

 Nach Thrakien kommt man nicht zufällig, weil es ohnehin am Wege liegt. Nach Thrakien muss man wollen. Und wird dafür tausendfach belohnt. Mit dichten Wäldern, über denen noch viele Greifvögel kreisen. Mit Flussmündungen und Lagunen als Vogelparadiesen. Mit alten Städten voller jungem Leben, mit straßenlosen Schluchten und weltabgeschiedenen Dörfern, in denen Trachten Alltagskleidung sind.

 Natur-Paradiese

Thrakien empfängt den Reisenden am 240 km langen Nestos-Fluss. Die erste Kleinstadt an seinem Ufer ist Paranesti, Ausgangspunkt für Trekking- und Geländewagentouren in die fast unberührte Bergwelt der Rhodopen, in der noch Wölfe und Bären leben. Zwischen Stavroupolis und Toxiotes durchströmt der Nestos eine Schlucht, ideal für Wanderer und Kanuten. Dann fließt er durch Auenwälder und Felder dem schier unendlichen Sandstrand zwischen Keramoti und Mangana entgegen, einem Paradies für Wasservögel und Strandwanderer. Weiter östlich ist der Vistonas-See Ziel vieler Ornithologen. Zwischen Herbst und Frühling wird er zum Überwinterungsquartier für Zehntausende von Gänsen, Rallen, Seeschwalben und Löfflern. Ein guter Standort am See ist das fotogene Hafenstädtchen Porto Lagos mit einem Wäldchen, in dem im Sommer zahlreiche Silberreiher nisten. Pendant zum Nestos ist der Evros ganz im Osten Griechenlands. Während sein Delta wiederum Scharen von Wasser- und Watvögeln lockt, kreisen über dem nahen Wald von Dadia, Griechenlands größtem Wald überhaupt, noch alle 36 europäischen Greifvogelarten. Hier fährt man manchmal 50 km durch die Einsamkeit, ohne einem Menschen zu begegnen.

Die Heilkraft der Natur erfährt der Reisende in den seit über 2000 Jahren genutzten Heilquellen von Traianoupolis zwischen Alexandroupolis und Evros-Delta, wo einst der Badehäuser noch aus dem byzantinischen Mittelalter stammt.

Thrakiens Städte

Thrakiens Städte-Trio liegt an der hochmodernen Autobahn Odós Egnatia jeweils 50 km voneinander entfernt. Jede ist einen Aufenthalt wert. Xanthi lockt mit seiner Altstadt am Hang, die sich jeden Abend mit studentischem Leben füllt. Samstags ist Markttag, zu dem auch viele der islamischen Bewohner der Pomakochoria kommen, die ihre alten Traditionen besonders intensiv pflegen. In ihren Dörfern wie Sminthi und Echinos hat das touristische Zeitalter noch gar nicht begonnen. Komotini wird von einem bunten ethnischen Mix geprägt. In der islamischen Hochschule aus dem 14. Jh. werden Griechenlands Imame ausgebildet, an der Universität studieren über 10 000 Studenten High-Tech-Fächer. Markttag ist hier der Freitag. Alexandroupolis ist eine junge Stadt, erst 1871 gegründet. Hauptattraktion ist ihre Hochuferpromenade zwischen Hafen und Leuchtturm mit zahllosen Cafés und Tavernen und Blick auf die weite Ägäis.

Von Alexandroupolis lohnt ein Abstecher nach Soufli, Griechenlands Zentrum der Seidenherstellung. Im modernen Seidenmuseum wird der Prozess der Seidengewinnung äußerst anschaulich demonstriert, in den alten Seidenraupenzuchthallen sind heute mehrere stimmungsvolle Hotels angesiedelt. Noch weiter den Evros hinauf umfängt den Besucher in Didimotochio und Orestiada nahe den Grenzübergängen zu Bulgarien und der Türkei bereits der atmosphärische Reiz des Übergangs zwischen Okzident und Orient.

Antikes Thrakien

Thrakiens bedeutendste archäologische Stätten liegen fast alle ganz nahe am Meer in einsamer Natur und sind meist menschenleer. Die Überreste des antiken Maronia sind weit über die Hänge des Ismaros-Gebirges verstreut, an die Besichtigung der Ausgrabungen von Mesimvria und Avdira kann man gleich ein paar Stunden an langen, außerhalb des Hochsommers fast menschenleeren Sandstränden anschließen. Von antikem Wohlstand in Thrakien zeugt eine römische Kaiserbüste im Archäologischen Museum von Komotini: Sie ist aus 950 g puren Goldes gefertigt.

Die Insel Samothraki

Auch in Thrakien braucht niemand auf Inselurlaub zu verzichten. Samothraki ist von Alexandroupolis aus leicht zu erreichen. 1624 m hoch steigt der höchste Inselgipfel fast senkrecht aus dem Meer auf. An den Heilquellen von Therma badet man in einem alten Platanenwald in Naturschwimmbecken unter rauschenden Wasserfällen. In Paleopolis ragen die Säulen das Kabiren-Heiligtums vor dem wilden Gebirge auf. Im Museum steht eine Kopie der berühmten geflügelten Siegesgöttin >Nike von Samothrake<,  die vergangene Generationen in den Pariser Louvre verschleppten. Das Leben der letzten Jahrhunderte ist im Hauptort Chora noch ganz lebendig, der viel traditionelle Architektur bewahrt hat.

Natur erleben

Für Kayak-Touren auf dem Nestos ist Toxiotes ein guter Ausgangspunkt. Führungen durch das Evros-Delta veranstaltet das Besucherzentrum in Traianoupolis, Tel. 25 51 06 10 00. Wer die Greifvögel im Wald von Dassia beobachten will, wendet sich an das Ecotourist Center dort, Tel. 25 54 03 22 09. Kayaktouren durch die Evros-Schlucht veranstalten verschiedene Anbieter in Xanthi und Toxiotes.

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