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Volos – Das Tor zum Pilion

Von Klaus Bötig | 15.Juli 2011

Der Pilion ist grün. Dichte Laubwälder und heitere Olivenhaine prägen das Bild der gebirgigenLandschaft zwischen dem lieblichen Pagasitischen Golf und der oft rauen, offenen Ägäis. In den Dörfern des Pilion stehen zahlreiche historische Herrenhäuser aus osmanischer Zeit, von denen viele zu kleinen Hotels und Pensionen geworden sind. Die Stadt Volos ist das Tor zum Pilion, und dank neuer Flugverbindungen nun zumindest im Sommer von Deutschland aus direkt zu erreichen.

Agios Ioannis Beach aufdem Pilion

Volos ist eine moderne Industrie-, Universitäts- und Hafenstadt in landschaftlich sehr schöner Lage. Zusammen mit seinen Vorten zählt es etwa 125 000 Bewohner. Romantische Altstadtveritel und bedeutende Relikte aus Mittelalter und Antike darf man hier nicht erwarten, dafür aber Einblicke in das quicklebendige Leben einer griechischen Großstadt von heute und großartige Ausblicke auf  das Meer und die Berge.

Die Stadt liegt am weiten Pagasitischen Golf, das offene Meer ist von hier aus nicht zu sehen. Man fühlt sich an einen riesigen Bergsee versetzt, der von zahllosen Gipfeln unterschiedlicher Höhe umrundet ist. Die kilometerlange, teilweise autofreie Uferpromenade wird von vielen Cafés gesäumt und öffnet einen schönen Blick auf das Festland am anderen Ufer des Golfes. An den Hängen des Pilion-Gebirges kleben Vororte und die Dörfer Portaria und Makrinitsa, deren Lichter bei Dunkelheit wie Lampions über der Stadt zu schweben scheinen.

Geschichte und Wirtschaftsgeschichte: Die Küstenebene um Volos gehört zu den ältesten menschlichen SiedlungsgebietenGriechenlands. Hier lag das sagenhafte Iolkos, die Heimatstadt der Argonauten.  Volos selbst trat im 6. Jh. in die Geschichte ein, als die Byzantiner an der Stelle des heutigen StadtviertelsPalia eine ersten Burg erbauten. In osmanischer Zeit war sie stark befestigt; ein Stich aus dem 17. Jh. zeigt ein hohes Minarett innerhalb ihrer Mauern. Nachdem die Venezianer diese Burg 1655 zum letzten Mal – vergeblich – angegriffen hatten, entstanden am kleinen Naturhafen die ersten Lagerhäuser, die zumeist jüdischen Kaufleuten gehörten. Größere Bedeutung erlangte Volos aber erst in den Jahren nach der Gründung des neugriechischen Staates ab etwa 1834. Jetzt lag es nahe der Grenze zwischen dem Osmanischen Reich und dem befreiten Griechenland. Griechische Kaufleute investierten Kapital in Volos, eine neue Stadt entstand. Über den Hafen wurden die Produkte des Pilion verschifft: Oliven, Nüsse, Äpfel, Textilien und Seide. Hinzu kamen die Produkte aus den weiten Ebenen Thessaliens, dessen einziger bedeutender Hafen Volos wurde: Baumwolle, Tabak und Getreide. Volos wurde an das Eisenbahnnetz angeschlossen, zahlreiche Industriebetriebe entstanden.

Gewaltigen Auftrieb erhielt Volos nach 1923 mit der Ansiedlung griechischer Flüchtlinge aus Kleinasien. Noch bis zum 2. Weltkrieg wurden zahlreiche neue Fabriken gebaut. Dann verschleppten die Deutschen fast alle 3000 jüdischen Einwohner von Volos in  ihre Vernichtungslager. Zur menschlichen Tragödie kam für die Stadt eine wirtschaftliche hinzu. Schon bald nach Kriegsende zerstörte ein schweres Erdbeben fast ganz Volos.

Die Katastrophe gab aber auch die Chance zu einem Neuanfang. Für griechische Verhältnisse hochmoderne Industriegebiete entstanden, der gesamte Innensestadtbereich wurde neu und nahezu schachbrettartig geplant. Volos erhielt einen modernen Hafen, ein Messegelände und eine Universität., deren Studenten das Stadtbild entscheidend mitprägen.

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