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Weites Land im Norden – Das griechische Makedonien

Von Klaus Bötig | 11.Juli 2012

Zwischen den Traumstränden der Chalkidiki, der Ferieninsel Thassos und den Prespa-Seen liegen antike Königsstädte und Thessaloniki mit seinem pulsierenden Leben.

Die ganze Vielfalt Makedoniens lässt sich in einem einzigen Urlaub kaum umfassend kennenlernen. Wo immer man hinkommt, möchte man bleiben. Komfortable Hotels am Meer und stimmungsvolle Dorfhotels mit viel Flair laden zum Verweilen ein, eine grandiose Natur fordert zu allerlei Aktivitäten heraus. Und das zu jeder Jahreszeit. Ein Hochgenuss ist auch Makedoniens Küche. Auf Wunsch erhält man hier viele Gerichte um vieles schärfer als im übrigen Hellas. Echter Safran wird bei Kozani auf großen Feldern angebaut, zwischen der Chalkidiki und Thassos ernten Fischer ihre Muschelbänke ab. Die Wälder des Nordens liefern im Winter frisches Wild, die Seen ergänzen den Speiseplan mit Süßwasserfischen. Die wegen ihres Wasserfalls viel von Griechen besuchte Stadt Edessa ist Zentrum eines großen Kirschenanbaugebiets, die Prespa-Seen werden für ihre erstklassigen Pferdebohnen gerühmt. Naoussa und die Chalkidiki sind für ihre exzellenten Weine auch bei internationalen Sommeliers bekannt, viele kleine Kellereien sorgen für immer mehr und besseren Rebensaft. Der Herbst ist in vielen Weinbauregionen die Zeit fürs Destillieren eines reinen Tresterschnapses, des tsipouro.

 Drei Finger zum Baden und Beten

Die Halbinsel Chalkidiki ist Makedonien meistbesuchte Urlaubsregion. Zwei ihrer 50 km langen Finger, die die Griechen >Füße< nennen, haben sich ganz dem niveauvollen Badeurlaub verschrieben: die sanfte Kassandra und die wildere Sithonia. Den größten Teil des dritten Fingers nimmt gleich hinter Ouranoupolis die Mönchsrepublik Athos ein. Über 2300 orthodoxe Mönche leben hier in 20 Klöstern und zahlreichen Einsiedeleien, lassen täglich nur 15 nicht-orthodoxe, ausschließlich männliche Besucher als Pilger ein.

Hervorragende Strände gibt es freilich auch anderswo an Makedoniens langen Küsten. Unterhalb des Olymp erstreckt sich die Olympische Riviera mit Badeorten wie Leptokaria und Platamonas, in Ost-Makedonien sind die langen Strände zwischen Amfipolis und Kavala sowie bei Keramoti noch wenig besucht.

Ferien auf Thassos

Die Insel Thassos wird ringsum von Badeparadiesen gesäumt, lockt mit ihrem 1206 m hohen Ypsario-Massiv aber auch zum Bergwandern. Über  der Südküste steht nahe den antiken Mamorsteinbrüchen und dem kleinen Heiligtum für Kastor und Pollux in Aliki das stille Kloster Archangelou hoch über dem Meer, das architektonisch den Klöstern auf dem gegenüber gut sichtbaren Athos gleicht. In der Inselhauptstadt Limenas sind die antiken Stadttore und –mauern hervorragend erhalten, in den Badeorten Potos und Potamia pulsiert im Sommer junges Leben.

Seen als Naturparadiese

Das Wasser übt in Makedonien nicht nur an den Küsten seine Faszination aus. Dutzende großer Seen, teils von der Natur, teils von Menschenhand geschaffen, sind meist von Bergen umringt. Auf einem üppig grünen Inselchen im Kleinen Prespa-See erinnert eine Klosterruine an nordische Abteien, am Großen Prespa-See haben sich in Höhlenkirchen und Eremitagen Jahrhunderte alte Wandmalereien erhalten. Zwischen beiden Seen fliegen große Pelikane dicht über den Köpfen der Menschen einher. Manche besuchen auch den See von Kastoria, einer der Hochburgen byzantinischer Kunst und Kultur. Zahlreiche Stauseen wie der von Vegoritida östlich von Florina, der Aliakmonas-Stausee südlich von Kozani oder der Kerkini-See nordwestlich von Serres entwickeln sich zu wahren Vogelparadiesen. Störche gehören überall in Makedonien zum Erscheinungsbild der Dörfer. Reiher stehen an den zahlreichen Flüssen. Ein gutes Fernglas gehört in Makedonien ganz einfach ins Handgepäck!

 Auf den Spuren großer Männer

Bei Olympiada in der Chalkidiki legen Archäologen gerade die Geburtsstadt des berühmten Philosophen Aristoteles frei. In der makedonischen Königsstadt Pella mit ihren prächtigen Mosaiken war er einer der Lehrer Alexanders des Großen. Dessen Vater Philipp II. wurde in Vergina ermordet und in einer goldenen Larnax in einem reich bemalten Grab beigesetzt, das heute Teil eines einzigartigen Museums ist. Bevor sein Sohn Alexander zur Hellenisierung des Orients aufbrach, opferte er in der Königsstadt Dion zu Füssen des Olymp noch einmal dem Zeus. Gut 350 Jahre später betrat der Apostel Paulus im heutigen Kavala erstmals europäischen Boden, taufte in Philippi die ersten Europäer als Christen und hielt auch in Verria westlich von Thessaloniki Predigten.

Über allem der Olymp

Vom 2918 m hohen Olymp aus, den sich Makedonien mit Thessalien teilt, liegt dem Bergwanderer das weite Land zu Füssen. Wie in den Präfekturen von Drama und Serres oder im Vermio-Gebirge beim Winzerstädtchen Naoussa wartet auch das höchste griechische Gebirgsmassiv beim thessalischen Vryssopoules mit einem Skigebiet auf. Die größten Säugetiere der Region bekommt man am besten in zwei weitläufigen Schutzgehegen zu Gesicht, eins für Wölfe, eins für Bären. Beide liegen in der Nähe von Florina unterhalb der bildschönen Sommerfrische Nymfeo. Säugetiere, die auch schmackhaft sind, durchstreifen die Wälder der Chalkidiki: schwarze, halbwilde Schweine. Im Singitischen Golf zwischen Athos und Sithonia sind über 100 Delfine zu Hause, die sich bei Tageskreuzfahrten entlang der Küste des Heiligen Berges fast immer zeigen. Sumpfschildkröten leben in nahezu allen Seen und Flussmündungen, kommen bei Sonnenschein zu Dutzenden an die Oberfläche. Die Geheimnisse des Lebens in den vielen Tropfsteinhöhlen Makedoniens zeigen sachkundige Führer bei Alistrati zwischen Serres und Drama, bei Petralona auf der Chalkidiki oder in der Höhle von Kilkis. Mit Griechenlands höchsten Wasserfällen trumpft Edessa auf.

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3 Kommentare to “Weites Land im Norden – Das griechische Makedonien”

  1. Kostas meint:
    16.September 2012 at 02:52

    Guten Morgen Herr Bötig,
    Ich bin selber Grieche und habe schon mehrere ihrer Bücher erworben.
    Im Gegensatz zu anderen Reiseführern sind sie zwar kurz und kompakt ( Marco Polo), aber dennoch sehr informativ und zuverlässig.
    Aber eine Frage habe ich dennoch an Sie:
    Es ist natürlich verständlich, dass sie sich hauptsächlich in ihren Büchern und Berichten auf die grandiose griechische Inselwelt und den griechischen Küstenregionen beschränken, allerdings besteht Griechenland nicht nur aus Stränden, sondern auch aus wunderschönen Bergregionen.
    Zwar thematisieren Sie in ihren Büchern einige interessante Ziele ( Zachorochoria, Florina, Nimfaio, Limni Prespa), jedoch gibt es weitere wundervolle Bergregionen.
    Die Gegend um Karditsa und Trikala in Thessalien ist atemberaubend schön. Nennenswert sind hier vor allem der Plastirastausee und die Hochalmen bei Elati und Pertouli.
    Darüberhinaus existiert eine erst kürzlich asphaltierte Hochgebirgsstraße, die vom Epirus ( Kalarites, Sirako) nach Thessalien ( Aspropotamosregion) führt.
    Mit einem Wort: Atemberaubend!!!
    Die Straße führt bis in eine Höhe von etwa 2.000m durch selbst im Hochsommer saftig, grüne Hochgebirgswälder- und wiesen. Am Rande der Straße sieht man Wildpferde, Kühe, Schafe etc…

    Ich meine selbst der aus den Alpen verwöhnte Deutsche oder Österreicher, könnte einen Tagesausflug in solche Regionen sehr interessieren, denn nur 80km entfernt liegt das Ionische Meer.

    Ich sehe das lediglich als eine kleine Anregung ,diese leider oft vergessene Gegend Griechenlands,
    in ihren Reiseberichte zu erwähnen.

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

  2. Endlosschleife: Mazedonier vs. Griechen - Seite 464 meint:
    9.Oktober 2012 at 16:36

    [...] Weites Land im Norden – Das griechische Makedonien Zitieren [...]

  3. Klaus Bötig meint:
    9.Oktober 2012 at 16:55

    Lieber Kostas,
    Ich war ein paar Tage wegen einer Hüftoperation im Krankenhaus und antowrte daher etwas verspätet, sorry.
    Ich liebe die Bergwelt Griechenlands mindestens ebenso wie die Inseln, fahre lieber Serpentinen als am Strand zu liegen. Die von Ihnen erwähnte kürzlich neu asphaltierte Straße kenne ich noch nicht, werde sie aber nach Möglichkeit nächstes Jahr einmal ausprobieren. Auch Agrafa kenne ich bisher noch nicht und möchte demnächst dorthin – ebenso in den Nationalpark Rodopi. Auch nach 38 Jahren Hellas gibt es immer noch viel zu entdecken – vor allem auf dem Festland!

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