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Die Wahrheit über das kretische Hochzeitsbrot

Von Klaus Bötig | 24.Juli 2012

Über das kretische Hochzeitsbrot, jenen reich verzierten Brotkringel, den es vor allem in Bäckereien in Rethymnon, in der Marktgasse Odos 1866 in Iraklio, in Anogia und in der Markthalle von Chania gibt, ist schon so manches Falsches geschrieben worden – auch von mir. Heute habe ich meinen deutsch-kretischen Freund, Mitarbeiter und Hausfotografen Bastian Parschau gebeten, seine kretische Schwiegermutter doch einmal zu diesem Thema zu befragen. Und das hat sie ihm erzählt:

Die koulourakia, also die Hochzeitsbrote, stammen ursprünglich aus den Dörfern am Nordhang des Psiloritis, also wohl aus Anogia, Axos oder Zoniana. Nur wenige Frauen in den jeweiligen Dörfern waren Meisterinnen ihres Faches. Als Ziermotive nutzten sie vor allem, was sie aus ihrer Heimatregion kannten: Schlangen, Trauben und Rebstöcke, Blüten und Blätter der Pflanzen am Psiloritis. Das Brot wurde aus ganz normalem Brotteil gebacken und dem Trauzeugen überreicht.  Der platzierte es in der Mitte des Trautisches. Alle Frauen des Dorfes begutachteten es besonders kritisch. Abends nahm der Trauzeuge es dann mit nach Hause und brach es am nächsten Tag für bei ihm vorbeischauende Hochzeitsgäste. Irgendwann in den 1970er Jahren kamen clevere Köpfeuf die Idee, die Brote aus länger haltbarem Salzteig herzustellen und zu glasieren, um sie an Touristen als Souvenir verkaufen zu können. Inzwischen ist der Verkaufsboom vorbei, aber auch jüngere Kreter sind auf den Geschmack gekommen und hängen sich die Brote übers Ehebett. Da halten sie aber bei weitem nicht so lange, wie eine gute Ehe halten sollte. Meist sind sie schon nach zwei oder drei Jahren von Insekten zerfressen…

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