Messenien ist der vergessene Südwesten des Peloponnes. Während Touristen nach Nafplio, Mykene oder auf die Mani strömen, bleibt diese Region erstaunlich ruhig. Dabei hat Messenien alles, was Griechenland-Liebhaber suchen: traumhafte Strände, antike Stätten, authentische Dörfer.
Warum Messenien?
Der Peloponnes ist groß, und die meisten Reisenden konzentrieren sich auf die Ostküste: Epidauros, Mykene, Nafplio. Messenien im Südwesten ist weiter weg von Athen, schwerer zu erreichen – und genau deshalb so reizvoll.
Hier gibt es keine Kreuzfahrtschiffe, keine Reisebusse, die im Minutentakt vor antiken Stätten halten. Hier ist der Peloponnes noch ursprünglich. Olivenhaine bis zum Horizont, kleine Buchten ohne Liegen, Tavernen, in denen man der einzige Tourist ist.
Die schönsten Strände Messeniens
Messenien hat einige der schönsten Strände des Peloponnes – und damit ganz Griechenlands. Das Wasser ist kristallklar, der Sand goldfarben, und selbst im Hochsommer findet man ruhige Buchten.
Voidokilia
Der berühmteste Strand Messeniens: eine perfekte Halbmondbucht, umrahmt von Dünen und der Ruine einer venezianischen Festung. Voidokilia taucht in jeder „schönste Strände Griechenlands"-Liste auf – zu Recht. Trotzdem ist er nie überlaufen. Es gibt keine Liegen, keine Bars, nur Natur.
Foneas
Eine kleine Bucht mit Kieselsteinen und türkisem Wasser. Über der Bucht thront eine Burgruine. Weniger bekannt als Voidokilia, daher noch ruhiger. Ideal zum Schnorcheln.
Kalogria
Ein langer Sandstrand an der Westküste. Hier wird es im Sommer etwas voller, aber es gibt genug Platz. Gute Infrastruktur mit Tavernen und Parkplätzen.
Antike Stätten
Alt-Messene
Die antike Stadt Messene ist eine der am besten erhaltenen Ausgrabungsstätten Griechenlands – und eine der am wenigsten besuchten. Hier wandert man durch ein komplettes antikes Stadion, ein Theater, Gymnasion und Tempel, oft ganz allein.
Die Stadtmauer ist vier Kilometer lang und noch weitgehend intakt. Das Arkadische Tor im Norden ist eines der schönsten antiken Tore, die ich kenne. Für Alt-Messene sollte man mindestens einen halben Tag einplanen.
Palast des Nestor
Nördlich von Pylos liegt der mykenische Palast des Nestor, jenes Königs, der in Homers Ilias erwähnt wird. Die Ausgrabungen sind überdacht und gut präsentiert. Das zugehörige Museum in Chora zeigt spektakuläre Funde.
Pylos und die Navarinobucht
Pylos ist das Zentrum Messeniens: ein verschlafenes Hafenstädtchen an der Navarinobucht. Auf dem Hauptplatz sitzt man unter Platanen, trinkt griechischen Kaffee und schaut aufs Meer.
Die Navarinobucht war Schauplatz einer der wichtigsten Seeschlachten der Geschichte: 1827 vernichteten britische, französische und russische Schiffe die osmanisch-ägyptische Flotte und ebneten so den Weg zur griechischen Unabhängigkeit.
Oberhalb von Pylos thront die Neokastro-Festung aus osmanischer Zeit. Der Aufstieg lohnt sich für die Aussicht über die Bucht.
Das Landesinnere
Wer Zeit hat, sollte ins Landesinnere fahren. Die Berge hinter der Küste sind wild und einsam. Kleine Dörfer kleben an den Hängen, Olivenhaine und Zypressen prägen das Bild.
Besonders empfehlenswert: die Fahrt von Kalamata nach Pylos über die Bergdörfer. Keine Schnellstraße, dafür Griechenland, wie es vor fünfzig Jahren war.
Praktische Tipps
Anreise
Messenien erreicht man am besten mit dem Mietwagen. Der nächste Flughafen ist Kalamata, der seit einigen Jahren auch aus Deutschland direkt angeflogen wird. Alternativ: Flug nach Athen und weiter mit dem Auto (ca. 3-4 Stunden).
Beste Reisezeit
Mai und Juni sind ideal: warm genug zum Baden, aber noch nicht heiß. September und Oktober ebenfalls empfehlenswert. Im Juli und August kann es sehr heiß werden, dafür ist das Meer am wärmsten.
Unterkünfte
In Pylos und Methoni gibt es kleine Hotels und Pensionen. Für mehr Komfort: das Costa Navarino Resort nördlich von Pylos – allerdings in einer anderen Preisklasse.
Verpflegung
Die Tavernen in den kleinen Orten sind authentisch und günstig. Messenien ist bekannt für sein Olivenöl – eines der besten Griechenlands. Unbedingt probieren: lokale Oliven, Käse aus den Bergen, fangfrischen Fisch.
Mein Fazit
Messenien ist mein Geheimtipp auf dem Peloponnes. Wer das ursprüngliche Griechenland sucht, abseits der ausgetretenen Pfade, wird hier fündig. Die Strände sind traumhaft, die antiken Stätten beeindruckend, und die Menschen herzlich.
„Am schönsten ist Griechenland dort, wo die Reisebusse nicht hinfahren. Messenien ist so ein Ort."
Zusammenfassung
- Highlights: Voidokilia, Alt-Messene, Pylos
- Anreise: Flughafen Kalamata oder Athen
- Beste Zeit: Mai-Juni, September-Oktober
- Dauer: Mindestens 3-4 Tage
- Für wen: Individualreisende, Strandliebhaber, Antikenfreunde

