Schlangen, Skorpione und Amphibien

Immer wieder werde ich gefragt: Gibt es in Griechenland giftige Schlangen? Muss man sich vor Skorpionen fürchten? Die kurze Antwort: Ja, es gibt sie. Die längere Antwort: Keine Panik. In über 35 Jahren Griechenland-Reisen habe ich vielleicht ein Dutzend Schlangen gesehen – und nie eine gefährliche Situation erlebt.

Schlangen in Griechenland

In Griechenland leben etwa 20 Schlangenarten. Die meisten sind harmlos und scheu. Sie fliehen, sobald sie einen Menschen hören oder spüren. Schlangen beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen und keinen Fluchtweg haben.

Giftige Schlangen

Es gibt in Griechenland vier potenziell gefährliche Giftschlangen:

  • Hornotter (Vipera ammodytes): Die giftigste Schlange Europas. Erkennbar am kleinen Horn auf der Nase. Lebt vor allem im Norden und auf dem Festland.
  • Kreuzotter (Vipera berus): Nur im äußersten Norden Griechenlands, in den Bergen.
  • Europäische Eidechsennatter: Technisch giftig, aber für Menschen ungefährlich, da die Giftzähne hinten im Maul liegen.
  • Katzennatter: Ebenfalls nur schwach giftig und für Menschen nicht gefährlich.

Schlangen auf den Inseln

Auf den meisten griechischen Inseln gibt es keine Giftschlangen. Die Hornotter kommt auf einigen Inseln vor (z.B. Korfu, Thassos), fehlt aber auf Kreta, den Kykladen und den meisten Dodekanes-Inseln.

Auf Kreta gibt es nur vier harmlose Schlangenarten. Die häufigste ist die Balkan-Zornnatter – lang, schnell, aber völlig ungiftig.

Richtiges Verhalten

  • Festes Schuhwerk beim Wandern tragen
  • Auf Wegen bleiben, nicht durchs hohe Gras stapfen
  • Vor dem Hinsetzen auf Steine oder Mauern schauen
  • Schlangen niemals anfassen oder provozieren
  • Kinder beaufsichtigen und aufklären

Skorpione in Griechenland

Ja, es gibt Skorpione in Griechenland. Und ja, sie können stechen. Aber: Die in Griechenland vorkommenden Arten sind nicht lebensgefährlich. Ein Stich ist etwa so schmerzhaft wie ein Wespenstich – unangenehm, aber nicht dramatisch.

Skorpionarten

Die häufigste Art ist der Europäische Skorpion (Euscorpius). Er wird nur etwa 3-5 cm groß und ist relativ harmlos. Der größere Mesobuthus gibbosus kommt ebenfalls vor und ist etwas giftiger, aber auch sein Stich ist für gesunde Erwachsene nicht gefährlich.

Wo leben Skorpione?

Skorpione verstecken sich tagsüber unter Steinen, in Mauerspalten, unter Holz oder Schutt. Nachts werden sie aktiv. Sie kommen im ganzen Land vor, bevorzugen aber trockene, steinige Gebiete.

Vorbeugung

  • Schuhe morgens ausschütteln, bevor man hineinschlüpft
  • Kleidung nicht auf dem Boden liegen lassen
  • Beim Umdrehen von Steinen vorsichtig sein
  • Nachts mit Taschenlampe aufpassen

Amphibien und andere Tiere

Griechenland beherbergt viele interessante Amphibien und Reptilien, die alle harmlos sind:

  • Griechische Landschildkröte: Häufig in ländlichen Gebieten. Bitte nicht mitnehmen – streng geschützt!
  • Geckos: Die kleinen Eidechsen an Hauswänden sind nützliche Insektenfresser.
  • Laubfrösche: Ihr Konzert gehört zu griechischen Sommernächten.
  • Wasserschildkröten: In Flüssen und Seen.

Was tun bei einem Biss oder Stich?

Bei einem Schlangenbiss:

  • Ruhe bewahren – Panik beschleunigt die Giftverteilung
  • Betroffene Stelle ruhig halten
  • Schmuck abnehmen (Schwellung möglich)
  • Sofort ins Krankenhaus
  • Schlange nicht fangen, aber wenn möglich beschreiben
  • NICHT: Abbinden, aussaugen, einschneiden

Bei einem Skorpionstich:

  • Stelle kühlen
  • Bei starken Reaktionen oder Allergie: Arzt aufsuchen
  • Bei Kindern oder älteren Menschen: Vorsichtshalber zum Arzt

Fazit

Giftige Tiere sollten kein Grund sein, auf einen Griechenland-Urlaub zu verzichten. Mit normaler Vorsicht – festem Schuhwerk beim Wandern, Aufmerksamkeit in der Natur – ist das Risiko minimal. In all meinen Jahren in Griechenland kenne ich niemanden, der ernsthaft von einer Schlange oder einem Skorpion verletzt wurde.

„Die gefährlichsten Tiere in Griechenland? Die Wespen am Frühstückstisch und die Mücken am Abend."

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