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Sechs Stunden in Thessaloniki

Von Klaus Bötig | 14.November 2014

Viele Urlauber scheuen Flüge zu Ihrem Lieblingsziel in Hellas, wenn sie mit Umsteigen in Thessaloniki verbunden sind – obwohl die oft billiger sind als Nonstop-Flüge mit TUIfly, Air Berlin & Co. Dabei können ein paar Stunden in Thessaloniki wunderschön und ganz entspannt sein.

Wir landeten um 10:50 Uhr in Thessaloniki, der Weiterflug nach Rhodos war für 18 Uhr geplant. Um 11:10 Uhr hatten wir unser Gepäck, denn es durchzuchecken, war nicht möglich, weil wir mit Ryan Air gelandet waren und mit Aegean weiterfliegen wollten. Also gaben wir es zur Gepäckaufbewahrung. Der Schalter ist gleich links, wenn man aus dem Zollbereich herauskommt. Nur 3 Euro pro Koffer kostete uns der Spaß. Dann raus – schon 40 m von der Ausgangstür entfernt ist die Bushaltestelle. Wir kauften pro Person zwei Tickets – eins für die Hin-, eins für die Rückfahrt. Preis pro Strecke: 2 €, die Busse der Linie 78 fahren alle 20 Minuten ins Stadtzentrum.

Schon um 12:15 Uhr stiegen wir direkt an der Platin Aristotelous, dem Hauptplatz von Thessaloniki direkt am Meer, aus dem Bus. 3 Minuten später waren wir auf dem schönsten Markt der nordgriechischen Metropole, dem Vlali-Markt, und damit mittendrin in einem (schwachen) Hauch von Orient. Wir kauften ein paar Spezialitäten, die man sonst kaum findet, wie “Kautschuckplatten” aus Aprikosen und aus Pflaumen (Pestili aus Rizari nahe der Stadt Edessa). Dann ließen wir uns im besten Markt-Kafenio nieder, dem >Stoa Mitsou< im historischen Teil des Vlali-Markts, der Agora Kapani. Ein Super-Cappuccino wurde uns da für 2,20 € am Tisch serviert, an den Nachbartischen palaverten lauthals die Rentner über Sport und Politik, vor allem aber über Kochrezepte.

Wir bummelten noch kurz über den Fleisch- und Fischmarkt und betraten dann die weitgehend leerstehende, über 100 Jahre alte Modiano-Markthalle. Marktstände gibt es da drin kaum noch, wohl aber zwei Super-Tavernen. Wir entschieden uns für die Taverne >To Meteoro Vima tis Garidas (Mo-Sa 12-17 Uhr geöffnet) und bekamen eins der leckersten Essen der ganzen Reise: Scampi von Lesbos, Auberginen in dicker Tomatensauce, gegrillten Oktopus, den makedonischen Salat Politiki und 3/4 l Wein. Dafür zahlten wir am Ende zu dritt 35 €, bekamen aber vom Haus noch einen Gruß aus der Küche (weißer Tarama und Tzaziki mit viel Dill), jeder 2 Schnäpse (Tsipouro), Halva und Yoghurt mit süß eingelegten Trauben kostenlos vom Haus dazu.  Wir kamen mit dem Wirt ins Gespräch. Er ist jetzt Rentner, war früher Verleger. Das Lokal läuft auf den Namen seiner Tochter, die Journalismus studiert. Der Name ist eine Anspielung auf einen Film des 2012 verstorbenen Regisseurs Theo Angelopoulos und bedeutet >Der schwebende Schritt der Krabbe<.

Um 14:00 konnten wir uns endlich trennen, bummelten zum Aristoteles-Platz zurück und direkt am Meer entlang bis zum Weißen Turm. Es regnete ein wenig, in der Stadt war darum nur wenig los. In der Ferne blinzelte der Olymp ab und zu durch die Wolken, große Schiffe lagen auf Reede – ein toller Anblick. Direkt gegenüber vom Weißen Turm war die Haltestelle der Buslinie 78 an einem winzigen Park. Die Damen entspannten auf einer Parkbank, ich setzte mich noch ins Café Taxidiotis, trank einen Freddo Espresso (3 €). Die Mädels nahmen sich später einen Frappe to go mit in den Bus (1 €). Das Warten war völlig entspannt. Auf einer elektronischen Tafel wurde angezeigt, in wie vielen Minuten der Bus kommt – und für den Notfall wäre direkt neben der Bushaltestelle noch ein Taxistand gewesen (Taxi zum Airport maximal 18 € von hier). Um 16:00 waren wir wieder am Flughafen, holten unser Gepäck, checkten ein. Alles hatte hervorragend geklappt.

Gekostet hat die ganze Spritztour also inklusive Speisen und Getränken pro Person ca. 35 Euro – und die auszugeben, hat sich wirklich gelohnt!

 

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