Griechische Inseln in der Nebensaison: Welche sich im Herbst lohnen

Ende September leeren sich die griechischen Inseln. Die Schulferien in Europa sind vorbei, die Preise sinken, und das Meer ist so warm wie nach einem langen Sommer nur möglich. Viele Reisende, die Griechenland einmal im Oktober erlebt haben, wollen danach nicht mehr im August fahren. Aber nicht jede Insel eignet sich gleich gut für die Nebensaison.

Fast leerer Kiesstrand an einer griechischen Insel im Herbst, ein einzelnes Fischerboot im ruhigen Wasser, weiße Häuser am Hang, tiefstehende Sonne und lange Schatten

Wir haben zusammengetragen, welche Inseln im Herbst noch lebendig sind, wo die Saison abrupt endet und worauf Sie bei der Anreise achten sollten. Allgemeine Hinweise zur Reiseplanung finden Sie auch in unserem Beitrag zur Fähre in Griechenland.

Was sich im Herbst ändert

Der wichtigste Unterschied zur Hauptsaison ist nicht das Wetter, sondern die Infrastruktur. Ab Mitte Oktober schließen auf vielen kleinen Inseln Hotels, Tavernen und Strandbars. Die Fähren fahren seltener, manche Verbindungen werden ganz eingestellt. Auf großen Inseln mit eigener Bevölkerung bleibt dagegen vieles geöffnet, weil dort auch im Winter Menschen leben und arbeiten.

Das Wetter ist im Oktober meist noch sommerlich, mit Tagestemperaturen um die 25 Grad und Wassertemperaturen, die oft noch über 22 Grad liegen. Im November wird es wechselhafter, mit ersten Regentagen und kühleren Abenden. Im Süden der Ägäis ist der Herbst länger als im Norden.

Kreta: Saison bis in den November

Kreta ist die sicherste Wahl für den Herbst. Die Insel ist groß, hat eigene Städte mit ganzjährigem Leben und liegt weit im Süden. An der Südküste kann man oft bis Anfang November baden. In Chania, Rethymno und Heraklion bleiben Restaurants und Geschäfte geöffnet, und die Wanderzeit in den Bergen beginnt erst richtig.

Rhodos und Kos: Viel Sonne, viel Auswahl

Auch die großen Dodekanes-Inseln eignen sich gut. Rhodos hat mit seiner mittelalterlichen Altstadt ein Ziel, das ohnehin besser ohne Sommerhitze zu besichtigen ist. Kos ist flach und lässt sich im Herbst gut mit dem Fahrrad erkunden. Beide Inseln haben Flughäfen mit Verbindungen nach Deutschland bis Ende Oktober.

Naxos: Die Kykladen mit Alltag

Bei den Kykladen ist die Auswahl schwieriger. Santorin und Mykonos sind im Herbst teuer und immer noch voll, viele kleine Inseln dagegen fast geschlossen. Eine gute Mitte ist Naxos, die größte Kykladeninsel. Sie hat eine starke Landwirtschaft, fruchtbare Täler und Bergdörfer, die nicht nur vom Tourismus leben. Der Meltemi, der starke Nordwind des Sommers, lässt im Herbst nach, was Fährfahrten ruhiger macht.

  • Gut im Herbst: Kreta, Rhodos, Kos, Naxos, Samos, Korfu bis Mitte Oktober.
  • Eher schwierig: sehr kleine Inseln ohne Flughafen, die ab Oktober nur noch selten angefahren werden.
  • Teuer trotz Nebensaison: Santorin und Mykonos, besonders an den Wochenenden.

Was Sie bei der Planung beachten sollten

Wer im Herbst Inselhüpfen will, sollte die Fährpläne vorher genau prüfen. Viele Verbindungen werden erst kurzfristig veröffentlicht, und Ausfälle wegen Wind sind häufiger als im Sommer. Planen Sie zwischen zwei Inseln und dem Rückflug immer einen Puffertag ein, besonders wenn die letzte Etappe über eine kleine Insel führt. Bei Unterkünften lohnt es sich, direkt nachzufragen, ob das Haus bis zu Ihrem Abreisetag geöffnet ist. Manche Hotels schließen früher als angegeben, wenn die Buchungen ausbleiben.

Aktuelle Nachrichten zu Streiks, Fährverbindungen und Wetter auf Deutsch bietet die Griechenland Zeitung. Gerade im Herbst, wenn Gewerkschaften gern zu Streiks im Fährverkehr aufrufen, ist ein Blick dort vor der Abreise sinnvoll.

Samos und Korfu: Grün statt Gold

Zwei Inseln, die im Herbst oft unterschätzt werden, sind Samos und Korfu. Samos liegt in der östlichen Ägäis, nahe der türkischen Küste, und ist grüner als die meisten Kykladen. Kiefernwälder ziehen sich bis an die Strände, und in den Bergdörfern wird Muskatwein gekeltert. Im Oktober ist die Lesezeit vorbei, und in den Kellereien kann man den neuen Wein probieren. Die Insel hat einen Flughafen mit Charterverbindungen bis in den Oktober hinein.

Korfu im Ionischen Meer ist eine Besonderheit. Die Insel ist wegen der vielen Niederschläge im Winter besonders grün, und im Herbst beginnt die Regenzeit früher als in der Ägäis. Bis Mitte Oktober ist das Wetter meist noch stabil, danach wird es wechselhaft. Wer Korfu im Herbst besucht, erlebt eine ruhige Altstadt mit venezianischen Gassen und britischen Kolonnaden, ganz ohne die Kreuzfahrtgruppen des Sommers. Für einen Strandurlaub ist der Spätherbst dort allerdings weniger verlässlich als im Süden.

Beide Inseln eignen sich gut für Reisende, die eher wandern und essen wollen als in der Sonne liegen. Und beide haben genug eigenes Leben, um auch nach dem Ende der Saison nicht leer zu wirken. Auf Samos lohnt sich zudem ein Abstecher nach Pythagorio, dem Geburtsort des Mathematikers, mit seinem antiken Tunnel des Eupalinos.

Erntezeit und Feste

Der Herbst ist auch Erntezeit. Im Oktober beginnt auf vielen Inseln die Olivenernte, und in den Dörfern wird Raki gebrannt. Wer Glück hat, wird eingeladen und bekommt den ersten Schnaps des Jahres direkt aus dem Kessel. Am 28. Oktober feiert Griechenland den Ochi-Tag mit Paraden in jedem Ort, ein Anlass, das Inselleben ganz ohne Touristenprogramm zu erleben.

Fazit: Weniger Trubel, mehr Griechenland

Die Nebensaison ist die beste Zeit, um Griechenland so zu sehen, wie es die Menschen dort erleben. Wählen Sie eine große Insel mit eigenem Alltag, prüfen Sie die Fährpläne und planen Sie Puffer ein. Dann erleben Sie warmes Meer, leere Strände und Dörfer, in denen man wieder Zeit für ein Gespräch hat.

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